RH #373Special: H.P. Lovecraft im Heavy Metal

PAYNE´S GRAY

Abgrundtief üble Gottheiten

Edgar Allan Poe & H.P. Lovecraft

Als Deutschlands Prog-Hoffnung PAYNE´S GRAY nach ihrem Demo „Infinity“ (1991) auseinanderbrach, wollte Hagen Schmidts Vater der Band Auftrieb verschaffen, indem er vorschlug, „Die Traumsuche nach dem unbekannten Kadath“ zu vertonen. Heraus kam ein beispielloser Tribut an ein Werk Lovecrafts »über den Sinn des Lebens«, das dem Sänger zufolge mit höherem Budget noch opulenter ausgefallen wäre.

Hagen, wie unterscheidet sich „Kadath Decoded“ von anderen Lovecraft-Bearbeitungen im Rock und Metal?

»Meistens sind die Anspielungen recht vage, während wir uns nah an der Geschichte orientiert haben. Es handelt sich zudem um eine der weniger typischen Storys, weil sie weniger Horror enthält. Mit dem Zusatz „Decoded“ wollten wir zu verstehen geben, dass mehr dahintersteckt als eine rein fantastische Erzählung. Wir waren gewissermaßen missionarisch unterwegs.«

Was macht Lovecraft unvergleichlich?

»Sein Umgang mit Sprache – wie er Stimmung erzeugt, ohne etwas konkret auszusprechen. Ich bin kein Horror-Fan und mag auch Fantasy nur bedingt; mit King kannst du mich jagen, und Tolkien langweilt mich. Für ein weiteres Album, aus dem ja leider nichts wurde, habe ich ein Stück in Anlehnung an Philip José Farmers „Die Reiter der Purpurnen Sozialhilfe“ geschrieben, eine großartige Science-Fiction-Novelle mit Anspielungen auf „Finnegans Wake“ von James Joyce und „Moby Dick“ von Herman Melville.«

Findest du, PAYNE´S GRAY haben mit dem Album alles gesagt, was sie sagen mussten?

»Der Platte an sich gibt es...

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