RH #373Smalltalk

YOB

Wiederauferstehung

YOB

Mike Scheidt tritt nach einer lebensbedrohlichen Dickdarmerkrankung die Flucht nach vorne an und spricht in den Medien unverblümt über jahrelang mitgeschleppte Komplexe aus einer Jugendzeit, in der er wegen Übergewicht gehänselt wurde. Ziemlich „Emo“ für eine Doom-Band wie YOB, doch ihr achtes Album „Our Raw Heart“ ist nichts weniger als ihr bisher bestes.

Mike, sind alle neuen Songs im Zuge deiner Divertikulitis entstanden?

»Man hört auch ein paar Ideen aus der Zeit davor, ´The Screen´ ist sogar schon vier Jahre alt. Ich war nach meinem Krankenhausaufenthalt so schwach, dass ich keine Gitarre halten konnte, und als ich wieder zu spielen anfing, sah ich meine Musik in einem anderen Licht.«

In dem Stück singst du immer wieder „rise“. Ist das der Leitgedanke hinter dem Album – sich wieder aufzuraffen?

»Auf jeden Fall, und hoffentlich kommt das beim Hörer auch so an. Ich will etwas Positives schaffen, jetzt erst recht. Meine Texte bleiben aber relativ frei interpretierbar, und das ist auch gut so, denn auf diese Weise entsteht ein Dialog zwischen uns und den Fans.«

Kommen dir wegen der intimen Interviews, die du kürzlich gegeben hast, keine Bedenken, vielleicht zu viel von dir preiszugeben?

»Natürlich, aber ich kann nicht anders, auch beim Schreiben, denn YOB waren immer ein Ausdruck meiner Persönlichkeit. Im Metal ist solche Offenheit vielleicht verpönt, doch meine Vorbilder sind neben Neurosis oder Wovenhand auch Roberta Flack, Townes Van Zandt oder Joni Mitchell, die in ihren...

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