RH #370Interview

THERION

Teuflisches Entertainment

Therion

„Beloved Antichrist“ ist ein gewaltiges, mehr als dreistündiges Epos aus Metal, Oper und verdammt viel Ambition. Zudem wirft es einige Fragen auf: Wie ist es dazu gekommen? Und worum geht es überhaupt? Bei Bandleader Christofer Johnsson haben wir Antworten gesucht.

Wie kam es dazu, dass ihr solch ein massives Projekt in Angriff genommen habt?

»Eigentlich wollte ich irgendwann in den 2000ern eine klassische Oper schreiben. Allerdings scheint mein Gehirn von all den Jahren Rockmusik etwas abbekommen zu haben, jedenfalls habe ich es einfach nicht hinbekommen, all die langweilige Füllmusik zu schreiben, die man braucht, um eine lange Geschichte zu erzählen. Bei mir muss immer etwas passieren. Also hing ich fest, schrieb ein paar Jahre gar nichts. Irgendwann beschloss ich, das zu machen, was ich kann, nämlich eine Metal-Oper. Die meisten Rock- oder Metal-Opern haben mit Opern eigentlich nichts zu tun, sondern ähneln eher Rock-Musicals. Ich beschloss also, die erste Rock-Oper ausschließlich mit Operngesang zu schreiben. Erst wollte ich Bulgakovs „Meister und Margarita“ als Vorlage nehmen, das Buch ist allerdings dermaßen wichtig, dass ich mich nie wieder in Russland hätte blicken lassen können, wenn ich es verbockt hätte. Also entschied ich mich für die „Kurze Erzählung vom Antichrist“ von Wladimir Solowjow. Es musste eine dunkle Geschichte sein, sonst würden unsere Fans uns die Sache nicht abnehmen, eine typische Metal-Story aber wäre nichts für ein breiteres Publikum gewesen. Also haben wir uns für Hochkultur entschieden, geschrieben von einem angesehenen christlichen Mystiker. Jedenfalls ist mir jetzt klar, warum Wagner immer sechsstündige Opern schrieb. Es ist einfach verdammt schwer, eine Geschichte zu erzählen. Die aktuelle Version von „Beloved Antichrist“ ist so etwas wie der Director´s Cut, wir planen auch noch, eine zweieinhalbstündige Version rauszubringen, bei der wir ein paar Charaktere streichen.«...

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