RH #367Interview

X JAPAN

Der X-Faktor

X Japan

Über 30 Millionen verkaufte Tonträger, insgesamt 19 Auftritte im 55.000 Zuschauer fassenden Tokyo Dome. Bekannter als X ist in Japan nur der Kaiser. Für den hat Schlagzeuger und Multitalent Yoshiki, in seinem Heimatland längst eine (pop-)kulturelle Ikone, 1999 sogar ein komplettes Pianokonzert komponiert und aufgeführt. Und jetzt wollen X JAPAN auch noch Europa erobern...

Die letzten drei Studioalben der Visual-Kei-Erfinder landeten allesamt auf dem ersten Platz der japanischen Charts. Gene Simmons sagt: „Würden X aus Amerika oder England stammen, dann wären sie schon längst die größte Band der Welt.“
Wer denkt, „The Story Of Anvil“ oder gar „Some Kind Of Monster“ seien unübertroffen in ihrer empathischen Art, die Triumphe und Tragödien einer Rockband in narrative Form zu bringen und dabei gruppeninterne Konflikte vermeintlich schonungslos auf den Tisch zu bringen, der hat „We Are X“ noch nicht gesehen, den womöglich emotionalsten Rockfilm aller Zeiten. Das Feuilleton schreibt wohlklingend: „Schmerzen körperlich und seelisch zu verarbeiten, ist der künstlerische Impetus von X JAPAN“ („Der Tagesspiegel“). In der Tat wäre wohl kein Filmemacher der Welt in der Lage gewesen, diese Geschichte zu erfinden, das Publikum hätte ihm die Story nicht abgenommen – „sometimes life is stranger than fiction“.
Im Alter von vier Jahren beginnt Yoshiki, Klavier zu spielen. Mit acht entdeckt er Kiss. Zwei Jahre später begeht sein Vater Selbstmord. Die Mutter schenkt dem schmächtigen Jungen, dem...

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