RH #365Lauschangriff

ALMANAC

Auf Savatages Spuren?

Almanac

Bereits ein Jahr nach dem Debütalbum „Tsar“ stehen ALMANAC, die neue Symphonic-Metal-Truppe von Ex-Rage-Gitarrist Victor Smolski, mit dem Nachfolger „Kingslayer“ in den Startlöchern. Wir holten uns im brandneuen Heyday Studio in Begleitung vom Cheffe höchstpersönlich, Sänger Andy B. Franck (Brainstorm) und Sängerin Jeannette Marchewka die ersten Höreindrücke des am 24. November erscheinenden Longplayers ab.

Wuppertal, Anfang Juli. Die Sonne brennt, die Frisur sitzt. Zumindest beim Minipli-behangenen und extrem knurrigen Taxifahrer. „Hier soll ein Tonstudio sein?“ Der brummelige Rauschebart kann es nicht fassen. „Hier habe ich doch früher mit meiner Band geprobt!“ Nun ja, Proberäume gibt es in der ehemaligen Fabrik für Damenoberbekleidung immer noch (im hinteren Teil des Gebäudes bereitet sich beispielsweise gerade Schlager-Sternchen Vanessa Mai auf ihre Tournee vor), doch das Kernstück des komplett neu gestalteten Komplexes ist das Heyday-Studio von Produzent Andreas Herr. Bereits die Bass-Spuren von „Tsar“ wurden im alten Heyday eingespielt, doch „Kingslayer“, auf dem sich diverse Songtexte um historische Königsmorde drehen, ist nun die erste Produktion von Format, die Herr in seinem neuen „Zuhause“ fährt. »Wir haben bis sechs Uhr heute früh noch zusammen am Mix getüftelt«, erklärt ein sichtlich erschöpfter Victor Smolski, was Andy B. Franck in seiner unnachahmlichen Art mit einem launigen »Heul nicht rum!« zu kommentieren weiß. Smolski zeigt noch flugs Bilder von seinen letzten Highspeed-Motorsport-Abenteuern und lässt dann die ersten Töne von „Kingslayer“ durch den großzügigen Regieraum rauschen. Und die legen direkt eine unerwartete Fönwelle, denn in Sachen Härtegrad geht gleich der Midtempo-Opener ´REGICIDE´ mit seinem tiefer gestimmten Eingangsriff richtig in die Vollen. ´CHILDREN OF THE SACRED PATH´ zieht das Tempo deutlich an, doch auch hier bleiben die Orchester-Einlagen eher dezent. Der Headbanger ´GUILTY AS CHARGED´ hat mit seinen hymnischen Qualitäten fast schon Savatage-Format, und auch im anschließenden ´HAIL TO THE KING´ meint man hin und wieder den Geist des seligen Criss Oliva zu spüren. Hier tritt nun auch das Orchester deutlicher in den Vordergrund. Savatage meets Lingua Mortis? Der Refrain ist jedenfalls groß! ´LOSING MY MIND´ wirkt dann deutlich verspielter, sodass sich hier fast schon Ayreon-Fans wohlfühlen könnten. Der mehrstimmige Soloteil lässt ebenfalls aufhorchen. ´KINGDOM OF THE BLIND´ wird vom bombastischen ´KINGSLAYER´-Intro eingeleitet. Der Song ist dermaßen heiß und vielfältig, dass die Klimaanlage im Regieraum einknickt und eine der Aktivboxen kurzzeitig ausfällt. Die Ballade ´LAST FAREWELL´ ist mit Flöten, Akustikgitarren und orientalischem Flair ein willkommener stilistischer Ausreißer auf einem Album, das mit ´HEADSTRONG´ (schöne Klassik-Elemente!) und ´RED FLAG´ weitere bissig-geradlinige Songs auffährt....

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