RH #365Krach von der Basis

GRAVDAL

Der süße Duft der Verwesung

Gravdal

Mit ihrem neuen Album führen GRAVDAL, ob bewusst oder nicht, eine akustische Milieustudie durch. Ihr Material hält sich längst nicht mehr an die reine Lehre des Black Metal und steht deshalb beispielhaft für sowohl das örtliche als auch das soziale Umfeld, in dem sich GRAVDAL bewegen. Bandgründer Phobos (g.) mag es abstreiten und einseitig gegen das für diesen Stil obligatorische Feindbild wettern, doch das macht die Platte nicht minder spannend.

Phobos, warum habt ihr eure neuen Songs unter dem Titel „Kadaverin“ zusammengefasst, und wie hängt dieser mit dem Artwork des Albums zusammen?

»Kadaverin ist die Bezeichnung eines Stoffes, der zum Verwesungsgeruch beiträgt. Auf dieser Welt stinkt es, weil zu viele Menschen lieber ein unterwürfiges Dasein fristen und lediglich existieren, statt ein Leben der Freiheit zu führen und ihr Potenzial auszuschöpfen. Die Hände auf dem Cover, die einen toten Mann und eine tote Frau an Fäden ziehen, symbolisieren diesen Umstand, während der Schädel, den der Mann hält, für den Tod steht. Wir stellen uns dem entgegen, da wir uns von allen Ketten losgemacht haben.«

Ihr stammt aus Bergen, habt mit dem ehemaligen Enslaved-Keyboarder Herbrand Larsen gearbeitet und eure Köpfe auch schon mit anderen Musikern aus der Stadt zusammengesteckt. Würdest du sagen, euer Stil sei stark lokal geprägt?

»Nein, unsere Musik ist das Ergebnis unserer selbst. Außenstehende haben uns lediglich geholfen, etwa beim Produzieren oder als Gastmusiker. Sicherlich haben sie den...

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