RH #365Interview

MARILYN MANSON

Mickey Mouse Superstar

Marilyn Manson

Auch wenn der ehemalige Bürgerschreck und selbsternannte God Of Fuck MARILYN MANSON mittlerweile stramm auf die 50 zugeht, inszeniert er sich wie einst als Superstar der Neunziger. Das neue Album „Heaven Upside Down“ ist passenderweise ein deutlicher Schritt zurück zu den ruppigen Anfängen seiner Karriere. Und als er das Rock Hard zur Audienz bittet, gibt er sich schrullig wie eh und je.

Das Soho House am Berliner Alexanderplatz ist eine Mischung aus Nobelhotel und Privatclub. Unter den Nazis war es das Hauptquartier der Hitlerjugend. Angeblich haben Frei.Wild mal einen Promotag woanders hingelegt, als sie davon erfuhren. Für MARILYN MANSON ist so ein Image natürlich eher förderlich. Er erwartet das Rock Hard in einer abgedunkelten, auf 18 Grad runtergekühlten Bar, wird von zwei Assistenten betreut/bewacht und hat vor der Tür noch eine Handvoll Label-Repräsentanten und ´ne Make-up-Frau Gewehr bei Fuß stehen. Auch im Düsteren sieht man, wie das Hemd über seinem Bauch spannt. Die Schminke mit dem dominanten Lippenstift ist hingegen ziemlich cool. »Komm her, lass mich dich umarmen«, grummelt er gewohnt sonor. Manson arbeitet selbst als Gelegenheitsjournalist. Er weiß, wie man Pressevertreter auf seine Seite zieht. Während des Interviews sitzt er so nah neben einem, dass es schon fast zu intim wirkt. Man will schließlich nicht wegrücken, kann aber kaum auf den Fragenzettel schielen, ohne sich komplett zu verdrehen. Den Zettel braucht man allerdings eh kaum. Manson entscheidet weitgehend, worüber er redet. Er ist von seiner Kunst überzeugt, ohne überheblich zu wirken, etwas wirr, ohne sich aufgesetzt als Psychopath zu inszenieren, und versprüht die Begeisterung eines großen Jungen, der seinen Eltern voller Stolz ´ne gute Schulnote nach Hause bringt....

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