RH #363Interview

ULI JON ROTH

»Deutschland ist kein Gitarrenland«

Uli Jon Roth

ULI JON ROTH gehört zu den innovativsten und eigenwilligsten Musikern, die im E-Gitarren-Zeitalter zwischen Flensburg und Passau in die Saiten gegriffen haben. Wir trafen den sympathischen Kauz zu einem ausführlichen Gespräch, in dessen Verlauf der 62-Jährige so manches verbale Killerriff auspackte.

Fransenlederjacke, Indianerschmuck, die obligatorische Bandana. Ein freundlicher Althippie im Sonntagsstaat. ULI JON ROTH entschuldigt sich gleich dafür, dass er so aufgebrezelt rumläuft. Man habe gerade TV-Aufnahmen gemacht. Während wir miteinander warmzuwerden versuchen, kommt ein etwas scheuer, nicht mal halb so alter weiblicher Fan an unseren Tisch, um Roth die Hand zu schütteln und sich mit vielen erlesenen Superlativen für den gestrigen Abend zu bedanken. So abgebrüht ist er nicht, dass er sich über diese formvollendete Huldigung nicht freuen würde.
Ich habe mir seine letzten beiden Shows angesehen. Es ist immer noch ein ziemlicher Spaß, weil bei aller sattsam bekannten technischen Raffinesse die heiße, pampige Passion aus allen Ritzen quillt und weil er mit seiner gut eingespielten Band auch mal ganz simpel die Hosenbeine zum Flattern bringt. Er spielt das „Tokyo Tapes Revisited“-Programm, 40 Jahre alte Scorpions-Songs, aber er staubt sie nicht nur ab nach allen Regeln der Kunst, er setzt sie noch einmal richtig unter Strom. Leider fehlt ´Speedy´s Coming´.

»Man kann nicht alles haben«, grinst er. Dafür hat er dem Publikum gestern eine fulminante Interpretation von ´All Along...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.