RH #362Interview

AMPLIFIER

Die Kunst ist lang – und kurz das Leben

Amplifier

Der Tod von Soundgardens Chris Cornell überschattet AMPLIFIERs Pressetermin im Berliner Ramones-Museum. Bandkopf Sel Balamir wird deswegen nachdenklich, bewahrt sich aber seinen Humor, der auch auf der neuen Scheibe „Trippin´ With Dr. Faustus” immer wieder durchschimmert. Was als Versuch anfängt, hinter den tieferen Sinn der Konzeptalbum-Story über eine zeitgenössische Faust-Figur zu kommen, endet als Gespräch über die grundsätzliche Motivation Kunstschaffender.

Sel, das Stück ´Silvio´ über den italienischen Politiker Berlusconi gab als Überbleibsel aus den Sessions zu „The Octopus” den Anstoß für die fiktive Geschichte über den Musiker Magnum, der sich auf einen Pakt mit dem Teufel einlässt. Wo besteht der Zusammenhang zwischen diesen beiden Personen?

»Alles steht irgendwie miteinander in Verbindung, was man oft erst bemerkt, wenn man Bezüge zwischen den Dingen hergestellt hat. Jeder kennt jemanden, der sich auf diese oder jene Weise im übertragenen Sinn auf den Teufel einlässt. Das müssen nicht einmal zwangsläufig berühmte Menschen sein. Das Album erzählt eine klassische Story über menschliche Dummheit aus der Sicht eines Jedermanns.«

Wofür steht die ´Rainbow Machine´, die praktisch den Anfang vom Ende eures Protagonisten markiert?

»Der Song selbst handelt von Hoffnung. Jeder Niedergang beginnt mit Hoffnung, und niemand kommt als Bösewicht zur Welt. Die meisten Musikalben werden spätestens nach dem dritten Song scheiße, und bei Filmen dauert es ungefähr 18 Minuten (lacht). Man...

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