RH #360Interview

AYREON

Technik, die entgeistert

Arjen Lucassen

Arjen Lucassen ist bei seinem ersten Interview des Tages guter Dinge und stapelt ständig tief, was seine eigenen Fähigkeiten angeht. Seine Selbstironie ändert jedoch nichts daran, dass sein neuer Doppeldecker die besten AYREON-Songs seit langem enthält – auch weil in der Kürze die Würze liegt, selbst wenn der Niederländer mit seinen zwei und mehr Metern kaum in den Sessel der Kölner Hotelbar passt, wo ihn das Rock Hard trifft.

Zunächst einmal: Hast du die Stücke für „The Source“, abgesehen vom Opener, beim Schreiben bewusst kurz gehalten?

»Ja. Jedes neue Album ist eine Reaktion auf das vorangegangene. „The Theory Of Everything“ war völlig unstrukturiert. Ich ging ohne konkrete Ideen ins Studio und nahm spontan etwas auf, kehrte tags darauf zurück und klebte etwas anderes hintendran. Ehe ich mich versah, hatte ich 20-minütige Stücke aus Flickwerk ohne konventionelle Hooks oder Refrains. Die Platte ist deshalb sehr komplex, und viele Fans tun sich bis heute schwer damit. Falls ich ein ultimatives Prog-Album gemacht habe, ist es das, und das neue ist jetzt mein ultimatives Rock-Werk. Dennoch war diese neue Herangehensweise aufregend und auch wichtig, selbst wenn die Platte sich leider nicht gut verkaufte. „The Source“ als Titel des aktuellen Albums sagt bereits alles: Ich beginne von Grund auf neu und packe das Ganze wieder ganz anders an. Ich begann mit dem Vorsatz, die besten Sänger und Instrumentalisten der Welt zusammenzutrommeln und die eingängigsten Sachen zu komponieren,...

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