RH #360Interview

TROUBLED HORSE

Die Revolution ist auf den Hund gekommen

Troubled Horse

„Revolution On Repeat“ ist nach Horisonts neuestem Geniestreich das zweite herausragende schwedische Classic-Rock-Geschoss des Jahres, doch bei den Urhebern TROUBLED HORSE scheint nicht alles eitel Sonnenschein zu sein. Frontmann Martin Heppich teilt kräftig aus, legt aber gleichzeitig einen gesunden Realismus an den Tag, wenn es um seinen Einfluss als Musiker aufs Weltgeschehen geht.

Martin, würdest du sagen – Stichwort euer neuer Albumtitel –, dass der Mensch generell nicht aus seinen Fehlern lernt?

»Ja, das geht schon seit Beginn der Zivilisation so, und großartig gebessert hat sich nichts. Die Gesellschaft ist immer noch pyramidenförmig aufgebaut: wenige Steinreiche ganz oben und die Arbeiterschicht ganz unten, bloß dass es in der Mitte nicht mehr viel gibt. Die Privilegierten verkaufen die Masse nach wie vor für dumm, heute mit unnötigen Dingen wie iPads, Smartphones oder Plasma-Fernsehern, um ihnen das Gefühl zu vermitteln, etwas Besseres zu sein als unterster Bodensatz. Wie viele Geräte braucht man zum Surfen im Internet? Muss ein Auto brandneu sein, Kleidung von Markenherstellern stammen und eine Menge Geld kosten? Alles Opium fürs Volk. Der Pöbel spielt der Obrigkeit mit seinem Konsum nur in die Hände, während er von einem Lottogewinn träumt und sich kaputtschuftet. Dabei ist es nicht so, dass nie jemand versucht hätte, dagegen anzukämpfen. Die 68er hatten ihre Musikfestivals, angeblich freie Liebe und große Zukunftspläne, wurden aber irgendwann erwachsen und ließen sich von ebenjenem System verschlingen, das sie zuvor kritisiert hatten. Scheiß Hippies (lacht).« ...

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