RH #358Interview

GOLD

Ein Kind von Traurigkeit

Gold

Hört man Milena Eva so reden, kann einem durchaus bange um das seelische Befinden der GOLD-Frontfrau werden. Andererseits spiegelt sich just darin der Stil der Band wider, die zu gleichen Teilen abweisend und anheimelnd klingt.

Milena, warum haben sich GOLD nach ihrem ersten Album so drastisch verändert?

»Wir glaubten, uns mit unserem Debüt beweisen zu müssen. Deshalb wollten wir auf Teufel komm raus etwas Unverfälschtes, Ehrliches bieten, was uns aber offen gestanden nicht gelang. Erst mit „No Image“ drangen wir zum Kern der Sache vor. GOLD stehen für Dunkelheit und Verzweiflung, sind aber gleichzeitig verletzlich und nicht ohne Hoffnung. Das konnten wir nur mit dieser leichten Verzögerung zum Ausdruck bringen.«

Wie klammert nun der Albumtitel „Optimist“ die neuen Songs, die ja alles andere als optimistisch klingen?

»Momentan braucht jeder ein wenig Optimismus, denn die ganze Welt scheint verrückt zu spielen. Die Herrschenden sind steinreiche Heuchler und kontrollieren eine träge Masse, die verzweifelt an irgendetwas glauben will. Ich persönlich neige von jeher zu Depressionen und Außenseitertum; morgens aufzustehen, fällt mir schwer, aber ich tue es trotzdem, weil ich mich nicht unterkriegen lassen möchte. In ´No Shadow´ singe ich von dem Gefühl der Isolation, das damit einhergeht. Du denkst, alle würden dich missverstehen, und sich in Selbstmitleid zu suhlen, ist leicht, führt aber zu nichts. Letzten Endes will man am Leben teilnehmen, irgendwo dazugehören. Genauso steckt...

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