RH #357Seziertisch

SAINT VITUS, WINO

SCOTT „WINO“ WEINRICH

Scott "Wino" Weinrich

Als ROBERT SCOTT WEINRICH zur Feier seines zwölften Geburtstags eine Black-Sabbath-Show besucht, ist nichts mehr wie zuvor: „Von dem Augenblick an wusste ich, dass ich nicht auf fröhliche Musik stehe.“ Von dieser Überzeugung hat sich der heute 55-Jährige glücklicherweise nie mehr bekehren lassen. In den vergangenen 40 Jahren hat „Wino“ mit Dutzenden Veröffentlichungen einen musikalischen Nachlass geschaffen, der in seiner Bedeutung für die Szene kaum überschätzt werden kann. Oder wer wollte den prägenden Einfluss von Bands wie SAINT VITUS, THE OBSESSED, SPIRIT CARAVAN und THE HIDDEN HAND auf die Schneckenmusik und sämtliche Unter- und Nebengenres bestreiten?

ESSENZIELL

SAINT VITUS
V

(Hellhound, 1990)
Fans mögen sich stundenlang die vernebelten Doomköppe darüber heißreden, ob nun „V“ oder „Born Too Late“ das beste SAINT VITUS-Album ist (einige Extremisten plädieren vielleicht sogar für eine der Veröffentlichungen mit Scott Reagers am Mikro). Für mich jedenfalls ist der fünfte Longplayer der vier Finsterlinge aus L.A. Spitzenreiter im Backkatalog. Ach was, eines der größten Alben überhaupt! Man könnte einwenden, dass das Finale der ersten Wino-Ära ein wenig den skurrilen Charme der Doom-Hippies um Oberwaldschrat Dave Chandler vermissen ließe, dafür verbreitet „V“ zu jeder Sekunde eine bis heute unerreichte Stimmung, die zwischen schierer Verzweiflung und Auflehnung gegen die Ausweglosigkeit schwankt. Außerdem sind die Songs ausnahmslos fantastisch: voran die wie Hölle groovende...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.