RH #357Krach von der Basis

CTULU

Allzu irdisch

Ctulu

Warum nicht mal völlig von „Warum seid ihr die Geilsten?”-Fragen abweichen, wenn sich eine extreme Band ausnahmsweise Gedanken um ihre Texte macht? Genau das ist mit CTULUs A. und M. geschehen, die ganze Romane erzählen, wenn man sie auf die Inhalte ihres tollen neuen Albums anspricht. Hier ein kleiner Auszug aus der Welt der Norddeutschen.

Was war denn während eurer Sendepause so aufwühlend und beschissen, dass die Platte nun so klingt?

A.: »Gegenfrage: Was war seitdem so positiv, dass man jetzt Schmuse-Rock von uns erwartet hätte? Die Welt ist weiterhin voller widerwärtiger Arschlöcher, bei deren Anblick man lang in die Umgebung brechen will. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Mein Blick darauf hat sich aber verändert. Ich habe mir das früher schöngeredet, um es zu ertragen. Ich behaupte, dass man das auf „Seelenspiegelsplitter“ sieht. Im Grunde wird das Hässliche und Abscheuliche auf dem Album romantisiert. Mittlerweile bin ich zum zynischen Nihilisten abgestiegen. Oder aufgestiegen, wie man´s nimmt. Damit wäre der Teil des Selbstbetrugs weg, aber weniger zum Kotzen ist es dadurch nicht. Und irgendwie muss man diesen Hass loswerden. Dadurch stellen wir die Abgründe jetzt dar, wie sie sind, und verschönern nichts mehr. Der Unterschied ist auch, dass unser Schaffen früher im Grunde nur aus einer Feder stammte. Mittlerweile arbeiten wir drei gleichberechtigt an dem Material, und das kann man recht deutlich hören. Wir haben es anscheinend irgendwie geschafft, die Negativität von drei Geistern so zu verpacken, dass sie sich gegenseitig hochschaukelt.«...

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