RH #354ToneZone

THE DILLINGER ESCAPE PLAN

»Ich bin ein Dienstleister, der Lücken schließt«

The Dillinger Escape Plan

LIAM WILSON ist noch keine 40 und strahlt – so klischeehaft dies klingt – eine Weisheit aus, die von einem turbulenten Leben on the road spricht. Redet man mit ihm über sein Instrument, blockt er bei konventionellen Fragen über Equipment ab. Effektgeräte sind für ihn nur Werkzeuge, und alles, was er benutzt, muss verflucht stabil sein, denn in der Hardcore-Szene, aus der er stammt, geht es mitunter rüde zu. Funktionalität ist für ihn das A und O, was er aufs Leben insgesamt überträgt.

Liam, warum hast du ausgerechnet mit dem Bassspielen begonnen?

»Niemand in meiner Familie war irgendwie musikalisch veranlagt. Ich habe Kunst studiert und meine Ausbildung abgebrochen, bin aber in jeder Hinsicht ein sehr kreativer Mensch. Heute arbeite ich in einer Schreinerei, nachdem ich eine entsprechende Lehre gemacht habe. Während sich andere an tollen Instrumenten aufgeilen, teile ich im Internet Bilder von schönen Hölzern oder den neuesten CNC-Fräsen. Von mir entdeckt man selten Fotos mit Musikerkollegen bei Facebook oder so. Andererseits wuchs ich in der Hochzeit von MTV auf und wollte offen gestanden schon immer ein Rockstar sein. Das hatte weniger mit Narzissmus zu tun als mit dem Wunsch, irgendwie einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Musik sprach mich an, also benutzte ich sie als Ventil und steigerte mich völlig hinein, sei es über die Sammlung meiner Eltern oder Guns N´ Roses´ Video zu ´Paradise City´, das einen Jugendlichen damals einfach nicht kaltlassen konnte. Den Wunsch,...

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