RH #353Interview

Kultschmieden: Prosthetic Records

E.J. Johantgen

Mag man seinen Metal etwas moderner und extremer, stößt man unweigerlich auf das Label PROSTHETIC, das schon manchem heute großen Namen als Karrieresprungbrett gedient hat. Betreiber E.J. Johantgen plaudert ein wenig mit uns über das Selbstverständnis des Unternehmens, seinen Katalog und die Zukunft der Musikbranche insgesamt.

Wie fühlt man sich als Betreiber eines Labels, das heute sehr erfolgreichen Bands wie Gojira und Lamb Of God auf die Sprünge geholfen hat?

»Ich finde das super und gönne es ihnen, auch Animals As Leaders und All That Remains. Darauf beruht unser Geschäftsprinzip: Bands aufbauen. Sie verlassen uns und werden dann überbezahlte Stars, wie es im Fußball üblich ist. Ein Starspieler wandert durch die Talentschmieden unter den Vereinen, bis er von einem großen gekauft wird. Lewandowski brauchte seine Zeit, bis er bei Bayern München landete. In einigen Fällen haben wir die Rechte an dem Teil des Backkatalogs behalten, der sich am besten verkauft.«

Nehmt ihr Bands unter Vertrag, nur weil sie kommerzielles Potenzial haben, ohne dass euch ihre Musik hundertprozentig gefällt?

»Wir signen, was wir mögen, und das sind meistens extreme Sachen. In der Regel ist es kein Zuckerschlecken, der Presse eine Band schmackhaft zu machen, die gerade erst begonnen hat. Man muss einen langen Atem haben, um die Leute zu überzeugen. Irgendwann springt der Funke aber über, vielleicht weil die Musik zum genau richtigen Zeitpunkt kommt, und wenn man Glück hat, findet sie Zuspruch im...

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