RH #352Krach von der Basis

FYRNASK

Die Suche nach dem Ursprung

Fyrnask

Mit Fyrnd haben wir einen der umsichtigsten Künstler des extremen Untergrunds an der Strippe, und jedes Schreiberwort wird zu viel, wenn so jemand in seine Gedankenwelt einlädt, die aktuell das Fabelalbum „Fórn“ betrifft.

Wenn sich „Bluostar“ vage um Willensverlust drehte und „Eldir Nótt“ im Bezug auf Sonnenkulte den Fokus aufs Wiedererstarken legte: Wie würdest du „Fórn“ zusammenfassen?

»„Fórn“ ist einerseits liturgisch und andererseits sehr destruktiv gedacht. Das Album richtet sich für mich an folgenden Bildern aus: einem befallenen Kosmos, dem Aufstieg des Anachoreten aus dem Nichtkosmos, der Verfluchung des Kosmos durch den Anachoreten, dem Niedergang des Kosmos durch Kontemplation, Askese, Einkehr und Selbstopferung. Das wirkt möglicherweise kryptisch (i wo! - Red.), aber diese Bilder fassen das Album inhaltlich in aller Kürze zusammen. Ich möchte auch nicht zu erklärend eingreifen. Schöner ist, wenn der Hörer eigene Assoziationen findet.«

„Fórn“ bedeutet zumindest auf Isländisch „alt“. Bis wohin feierst du mit deiner Musik Altes, ist sie in irgendeiner Weise „modern“?

»Die Übersetzung von „Fórn“ bedeutet vor allem auch „Opfer(ung)“. „Alt“ und „modern“ sind Kategorien, die ich im Bezug auf FYRNASK nicht verwenden würde. Es ist nicht so, dass beispielsweise vergangene Epochen bemüht werden, um diese dann zu romantisieren – allein schon, weil solche Gedankenmuster eine antonymische Struktur besitzen und es bei FYRNASK in vielerlei Hinsicht eher um die Auflösung von...

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