RH #350Lauschangriff

BLUES PILLS

Heiß & kalt

Blues Pills

Die äußerliche Hippie-Fassade trügt – die BLUES PILLS gehören zu den am härtesten arbeitenden Bands der Szene. Nach dem kometenhaften Aufstieg mit dem Debüt steht das Quartett vor der schwierigen Aufgabe, mit dem zweiten Album noch ein Pfund drauflegen zu müssen. Doch der Spagat zwischen Kunst und Kommerz gelingt. „Lady In Gold“ ist ein zeitloses, faszinierend methodisch ausgetüfteltes Rock-Album mit einigen neuen Einflüssen.

Es ist zwar selbst in Skandinavien eigentlich schon Frühling, aber ausgerechnet für dieses Wochenende ist der Winter noch einmal zurückgekehrt. Die BLUES PILLS hat es auf eine kleine Schäreninsel vor Stockholm verschlagen. Die schwedischen Video-Regisseure haben eine Villa aufgetan, in der King Diamond seinen Horror-Spaß gehabt hätte. Seit rund 100 Jahren hat hier niemand mehr einen Handschlag gerührt, der Putz fällt von der Decke, im Fußboden klafft ein mit Tesaband zugeklebtes Loch, und es tropft von der Decke, obwohl gerade die Sonne scheint. Als ich hereinkomme, vermute ich Trockeneisnebel, der das durch die Fenster fallende Licht bricht, aber in Wirklichkeit hat jemand beim Vorübergehen nur etwas Staub aufgewirbelt. Im verwunschenen Garten schwebt Sängerin Elin Larsson bereits als Todesengel durch das ungepflegte Grün. Gleich zwei Videos werden hier gedreht, für ´Lady In Gold´ und die Ballade ´I Felt A Change´. Schwer zu sagen, wo es kälter ist. Drinnen sind es höchstens zehn Grad, draußen fegt ein eisiger Wind. Von fünf Uhr morgens bis sieben Uhr am...

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