RH #350Krach von der Basis

UNRU

»Wir sind unser eigenes Feindbild«

Unru

Die Bielefelder UNRU gehören zu einem neuen Typ von Black-Metal-Bands, der sich nicht zu fein ist, Discharge zu covern, und rechtspolitischen Tendenzen kategorisch abgeneigt ist. Im Interview mit Sprachrohr T. geht es deshalb weniger um „Als Tier ist der Mensch nichts“, das aktuelle Album der Gruppe, als um die Szene im Allgemeinen.

Wie seid ihr zu harter Musik und schließlich zum extremen Metal gekommen?

»Wir haben alle sehr verschiedene musikalische Wege hinter uns, von Black Metal bis Indie ist alles dabei. Dadurch, dass wir älter geworden sind, ist Szene-Identität aber in den Hintergrund gerückt. Unser Sound hat sich so aus dem Zusammenspiel von uns als Musikern entwickelt. Erst waren wir eine D-Beat-Band, irgendwann floss immer mehr Black Metal ein. Wir sehen uns stilistisch eher im Fluss und nicht einem bestimmten Genre zugeordnet.«

Gab es eine Initialzündung, die euch dazu bewegt hat, mit eurer Musik politisch Stellung zu beziehen?

»Es gibt bisher keine explizit politischen Passagen in unserer Musik. Trotzdem sind wir alle politische Menschen, und was wir tun, ist dadurch geprägt. Wir werden wegen unseres Backgrounds automatisch als linke Band gehandelt und sind dadurch für den offenen Teil der Metalszene interessant. Jede Art von Verhalten hat politische Implikationen, auch das Spielen und Veröffentlichen von bestimmter Musik. Trotzdem ist Metal meistens einfach nur Unterhaltungsmusik und wird von den Hörern auch so wahrgenommen.«

Ihr legt eine entschiedene DIY-Haltung an...

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