RH #350Interview

LORD VICAR

Dr. Doom schlägt wieder zu

Lord Vicar

Der ganz große Boom ist vorbei, aber Überzeugungstätern wie Kimi Kärki ist das zum Glück schnuppe. Mit LORD VICAR veröffentlicht der Finne abermals eine Doom-Scheibe der Güteklasse A.

Kimi, wenn der erste Song eurer neuen Platte losgeht, muss man unweigerlich an Reverend Bizarre denken. Woran liegt das? Ist es der Sound, das Riffing oder vielleicht das Drumming?

»Vermutlich irgendetwas in meinen Fingern oder im Songwriting, was man nicht vermeiden kann. Nicht dass ich das wollte, mit Reverend Bizarre ist es ja nicht zu Ende gegangen, weil wir die Musik weniger geliebt hätten. Reverend Bizarre und LORD VICAR haben den gleichen Ursprung, und das ist die Tradition, die Black Sabbath gestartet haben.«

Doom ist ein sehr vielseitiges Genre, und Bands, die man ihm zurechnet, klingen mitunter völlig unterschiedlich. Was ist für dich die Essenz des Doom?

»Ich würde sagen, eine bestimmte Intensität beim Spielen, egal ob es langsam und quälend oder schnell und erhebend ist. Sicherlich kommt noch ein Gefühl der Trostlosigkeit und Verzweiflung bezüglich der menschlichen Natur dazu – die satanischen Mühlen, die uns vergiften, die Kriege und Krankheiten. Dazu kommt aber auch die Liebe zu den dunkleren Aspekten unserer Kultur wie Friedhöfen oder dunklen Wäldern.«

„Gates Of Flesh“ klingt düsterer und trostloser als die Vorgänger. Die hatten beide fröhlichere und farbenfrohere Momente, die an die Black Sabbath und Uriah Heep der Siebziger erinnerten. Siehst du das auch so?

»Ich würde sagen,...

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