RH #348Interview

IHSAHN

Zuversichtlich nichtig

Ihsahn

Vegard Tveitan bittet leicht erkältet bei einem Käffchen zum gelassenen Plausch über „Arktis“, sein erstaunlich „konventionelles“ neues Soloalbum. Dass man dieses Adjektiv auf IHSAHNs Schaffen bezogen dennoch unter Vorbehalt verwenden sollte, versteht sich von selbst, denn der redselige Norweger gilt nicht umsonst als einer der Impulsgeber schlechthin im „neuen“ Progressive Metal.

Deine neue Scheibe ist wesentlich leichter zugänglich als „Das Seelenbrechen“. Absicht?

»Mit dem letzten Album wollte ich sozusagen bei null anfangen, nachdem ich viele mehr oder weniger reine Metal-Platten geschrieben hatte, bei denen man nur einen relativ eingeschränkten Spielraum hat, weil man so gut wie gar nicht improvisieren kann. Man hat sich schnell in den technischen Aspekt der Musik hineingesteigert und vernachlässigt Emotionen, worum es ja eigentlich gehen sollte. In der Hinsicht war „Das Seelenbrechen“ ein Befreiungsschlag, zumal ich Künstler, die ihre Sache von jeher frei angegangen sind, sehr bewundere. Deshalb fiel das Album so unkontrolliert und spontan ohne konkrete Formen aus. Das war eine tolle Erfahrung, aber ich wusste schon genau, dass das nächste Album wieder traditioneller werden musste. Ich stecke im Vorfeld immer einen groben Rahmen ab, um auf ein Ziel hinarbeiten zu können. Schließlich fehlt mir eine reguläre Band, in der man sich gegenseitig austauscht, woraus sich die Musik dann ganz natürlich ergibt.«

Im Grunde folgen die Songs strukturell gängigen Pop-Mustern. Wie schafft...

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