RH #348Interview

DEFTONES

Frankenstein hat ausgepuzzelt

Deftones

Das DEFTONES-Album „Gore“ ist das TTIP-Protokoll unter den Albumveröffentlichungen 2016. Wir bekommen einen limitierten digitalen Zugang unter falschem Bandnamen, ohne Album- und Songtitel, nur wenige Tage, bevor wir Frontmann Chino Moreno im Showroom von Gibson in Berlin zum Gespräch treffen. Chino ist trotz zu diesem Zeitpunkt bereits geleakter Tracklist entspannter als sein Label und beschwört lieber organische Kreativität und analogen Gleichmut.

Chino, wie geht es dir? Erleichtert, nach anderthalb Jahren wiederholter Ankündigungen nun endlich mit einem fertigen Album hier zu sitzen?

»Definitiv. Jedes Mal, wenn wir ein Album beenden, spüren wir die Erleichterung, dass wir diesen Druck jetzt etwa drei Jahre nicht haben werden. Es ist sehr anstrengend – von dem Moment, an dem du mit dem Schreiben beginnst, bis zu diesem Moment, an dem wir uns jetzt befinden, machst du einiges durch. Einerseits intern in der Band, es stellt immer unsere Persönlichkeiten und Freundschaft auf den Prüfstand. Andererseits aber auch im Hinblick auf das Vermächtnis, das wir begonnen haben, als wir noch Kinder waren. Es ist anspruchsvoll, nach wie vor eine Karriere zu haben mit dem, was wir tun.«

Du hattest letztes Jahr von einem neuen Aufnahmeprozess gesprochen.

»Wir hatten einen anderen Zugang. Die Art, wie wir schreiben, ist immer noch sehr ähnlich zu früher. Wir schließen uns nach wie vor in einen Raum ein und schauen, was passiert – wir gehen nicht mit einem Konzept hinein. Die letzten beiden...

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