RH #347Interview

DER W.

Der Geist geht auf Reisen

DER W.

Schlicht „IV“ hat DER W alias Stephan Weidner sein viertes Studioalbum betitelt. Das Rock-Hard-Gespräch dreht sich um die aktuelle Platte, aber auch um das Justizsystem, Peter Maffay und die Flüchtlingskrise.

Stephan, obwohl ihr in wenigen Tagen mit den Arbeiten am neuen Böhse-Onkelz-Album beginnt, hast du mit „IV“ ein neues Soloalbum am Start und gehst auf Tour. Das ist ein ziemlich ambitioniertes Programm.

»Kann man sagen. Ich hatte es mir auch einfacher vorgestellt (lacht). Aber einige Sachen sind leider schiefgegangen. Wir haben die Platte an verschiedenen Orten produziert, mit einem neuen Toningenieur zusammengearbeitet, und zum Schluss ist uns die Zeit weggelaufen, weswegen wir den Release etwas verschieben mussten. Ich hätte es gerne ein wenig relaxter gehabt.«

Da ich ein eher einfach gestricktes Gemüt habe, gefallen mir auf „IV“ auf Anhieb die melodischen Uptempo-Nummern am besten, Songs wie ´Neuland´, ´Mehr!´ oder ´Ich komm heim´. ´Neuland´ thematisiert Fernweh und das Aufbrechen von Routinen. Das ist ein Grundthema, das sich durch dein bisheriges Leben zieht.

»Ja. Man kann sich ja auch gedanklich auf Reisen begeben. Fernweh ist in diesem Zusammenhang eine Metapher für „neugierig bleiben“. Mein Drang zu reisen ist, da ich eh ständig unterwegs bin, zurückgegangen. Als ich jung war, wollte ich die Welt sehen, inzwischen bin ich froh, zu Hause zu sein. Aber Neuland kann man trotzdem jeden Tag betreten, dann eben geistig.«

´Justitia´ ist deinem inhaftierten Freund Tomás...

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