RH #347Interview

MOONSORROW

De Mysteriis Dom Sorvali

MOONSORROW

Mit „Jumalten Aika“ hauen MOONSORROW einmal mehr ein erstklassiges Finnen-Epos raus. Den Chefkomponisten Henri Sorvali versteht allerdings nicht einmal dessen singender Cousin Ville.

Als die Wikinger vor tausend Jahren marodierend über Meere und Länder zogen, wünschten sich ihre bemitleidenswerten Opfer oftmals nur, dass es schnell vorbei sein möge. Bei den heutigen Viking-Metal-Bands ist das meist ähnlich, nach den ersten 15 Sekunden fragt man sich im Regelfall, wann der Song endlich vorbei ist. Bei MOONSORROW verhält es sich hingegen genau umgekehrt, denn wo andere Genrekollegen aufhören, fangen die Finnen erst mal mit ihrem Intro an und spinnen ihre Epen so varianten- und abwechslungsreich fort, dass sie selbst 15- bis 30-Minuten-Monster mit leichtfüßiger Eleganz stemmen können. Das ist beim siebten Studioalbum „Jumalten Aika“ („Das Zeitalter der Götter“) nicht anders, und wieder einmal fragt man sich nach einer Stunde und sieben Minuten, wie kurzweilig fünf Songs eigentlich vorbeiziehen können. Speziell der Titeltrack zeigt den musikalischen Alleinherrscher Henri Sorvali auf der Höhe seiner Kunst: Die Art und Weise, wie hier verschiedene Grundelemente ineinander verzahnt und variiert werden, ist ein Lehrstück in Sachen Spannungsaufbau und Storytelling. Dass diese herausragende Eröffnung den Rest des keineswegs schlechten Albums zwangsläufig überstrahlt, ist Bassist, Texter und Bandsprachrohr Ville Sorvali – noch – nicht bewusst:

»Das ist für mich schwer zu sagen, ich kann...

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