RH #344Interview

BARONESS

Wiedergeboren in Schmerzen

Baroness

Die Welt hätte „Yellow & Green“ aussehen können, als BARONESS 2012 zu einem unerwarteten Erfolgslauf ansetzten; Chartnotierungen und Berichte in der Mainstream-Presse inklusive. Dann tauchte ein beinahe tödlicher Busunfall das Schicksal der US-Band in neues Licht. Es strahlt jetzt „Purple“.

Angenommen, man wüsste es nicht besser – man könnte schon ein wenig Angst vor John Dyer Baizley haben: Ein Hüne mit Raubtiergebiss, gesegnet mit der Statur eines Holzfällers, grobschlächtigen Gesichtszügen und etlichen furchteinflößenden Tattoos, die bei Live-Konzerten von Schweißbächen übergossen werden. So jemandem möchte man lieber nicht begegnen, wenn man in einer schwülen Sommernacht durch die Straßen von Savannah irrt. Tom Hanks etwa rannte 1994 als Forrest Gump durch das verschlafene Südstaatennest, verfolgt von ein paar gemeinen Hooligans. Man könnte sich den Bühnenberserker Baizley gut in der Rolle des einheimischen Rednecks vorstellen, der mit tierischem Gebrüll durch seine Stadt Amok läuft und seiner Wut freien Lauf lässt. Tatsächlich entspricht der Sänger und Gitarrist von BARONESS so gar nicht dem Bild, das man sich auf den ersten Blick von ihm machen könnte. Mit verträumtem Blick lauscht er bei Interviews höflich-konzentriert den Fragen, gibt wohlüberlegte Antworten und spricht mit sanfter Stimme pathetische Sätze wie »Musik entspringt der Leidenschaft meiner Seele und verschafft mir ein Stück Erlösung, wie ein Versprechen auf Trost und Befreiung von den Schmerzen«.

Vier...

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