RH #343Interview

GOLD

Kafkas Erben

GOLD

Du sollst dir kein Bild von deinem GOLD machen: Bereits mit ihrem zweiten Album „No Image“ wagen die HolländerInnen einen krassen Stilbruch und fordern die eigene Anhängerschaft mit einem sperrigen Mutbrocken heraus.

Oft wird auch in diesem Magazin von Bands berichtet, die sich die Lufthoheit über die Metal-Stammtische damit sichern, alle zwei Jahre das gleiche Album zu veröffentlichen. Die in Interviews ironiefrei anmerken, dass sie mal „wieder härter“ geworden seien. Die sich den Applaus ihres Publikums mit purer Berechenbarkeit sichern. GOLD sind keine von diesen Bands. 2012 haben die HolländerInnen mit „Interbellum“ gerade erst ihr Debütalbum vorgelegt, das zumindest die Kritiker mit wohltönender, Seventies-lastiger Rockmusik überzeugen konnte. Wenn man also überhaupt von einem etablierten Sound reden kann, ist „No Image“ nun der totale Stilbruch und die pure Verneinungshaltung: kratzbürstig und widerborstig bis zum Gehtnichtmehr, sperriger als so manche Melvins-Platte, anarchisch-aufbegehrend wie die frühen Sonic Youth - und rebellischer als sämtliche Accept-Scheiben zusammen.
Das ist musikalisch gesehen vielleicht nicht immer durch die Bank gelungen, nötigt jedoch Respekt ab. Respekt vor dem Mut, die eigene Hörerschaft vor den Kopf zu stoßen und im schlimmsten Fall auch zu vergraulen, um stattdessen die eigenen künstlerischen Visionen kompromisslos umzusetzen.

Auf die Frage, ob sich die Band schon vor den Reaktionen fürchtet, antwortet Sängerin Milena Eva kurz und...

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