RH #342Interview

CHRISTIAN MISTRESS

Von drauß´ vom Walde komm ich her

CHRISTIAN MISTRESS

CHRISTIAN MISTRESS offerieren Musik von Eigenbrötlern für Eigenbrötler - und ob ihr „To Your Death“, das dritte Album der Band, kauft oder nicht, ist Sängerin Christine Davis herzlich egal. Sie geht eben lieber in den Wald, um Unkraut zu jäten.

„I don´t care, I don´t care anymore“, singt Christine Davis auf ´Neon´, dem Eröffnungstrack des neuen CHRISTIAN MISTRESS-Albums „To Your Death“. Ihre kratzbürstige Stimme verleiht den Worten einen gewissen Nachdruck, und im Gespräch verfestigt sich der Eindruck einer ebenso eigenwilligen wie kauzigen Persönlichkeit. Oft antwortet Christine auf Fragen mit Gegenfragen, verliert sich gerne in philosophischen Exkursen und fragt dann mit entschuldigendem Lachen nach, ob ihre Antworten nicht zu wirr ausgefallen seien. Als sie an einem Freitagnachmittag ihr Telefon abhebt, ist sie gerade dabei, ins Wochenende zu fahren.

»Ich komme soeben aus dem Wald. Ich arbeite als Botanikerin im Nationalpark der Sierra-Nevada-Berge. Mein Job ist es, nach Pflanzen Ausschau zu halten, die eigentlich nicht in diese Wälder gehören, genau genommen also, Unkraut zu jäten - „weed“. Du weißt schon«, erzählt Christine und lacht in sich hinein.

Im Prinzip führt die 37-Jährige das Leben einer Aussteigerin, und sie stellt auch klar, dass sie ihre Band in der Rolle der Außenseiter sieht:

»Die Leute haben mir erzählt, dass unser letztes Album „Possession“ so was wie ein Erfolg gewesen sein soll, aber davon bekomme ich persönlich gar nichts mit. Ich bin natürlich...

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