RH #342Interview

COHEED AND CAMBRIA

Kinder verändern alles

Wuschelkopf Claudio Sanchez klingelt bei Regenwetter vom Serengeti Festival auf Schloss Holte-Stukenbrock durch und spricht von einer Menge Matsch vor Ort. Mit seiner Band hingegen hat er auf allen Ebenen entschlackt und sich auf dem neuen Album kurzgefasst wie nie zuvor – was ihn aber nicht daran hindert, zu reden wie ein Wasserfall. Bedeutungsschwanger bleiben die New Yorker schließlich auch weiterhin gerne.

Claudio, auf „The Color Before The Sun” nehmen COHEED AND CAMBRIA erstmals Abstand von ihrer Konzeptstory, weil du dich der Realität stellen wolltest.

»Als ich diese Songs schrieb, lebte ich in einem sehr engen Appartement in Brooklyn, wo es mir schwerfiel, mich wohlzufühlen, was sich dann in der Musik niederschlug. Während jener Zeit passierten sowohl schöne als auch weniger erfreuliche Dinge. Ich machte eine Sinnkrise durch, weil ich mich fragte, was ich bislang erreicht habe und mit meinem weiteren Leben anfangen soll. Die Geburt meines Sohnes Atlas war mit ein Auslöser dafür, dass ich mir im Song ´Ghost´ Gedanken über meine Vaterrolle im Gegensatz zur Arbeit und dem Touren mit der Band machte. Das Stück, das ich nach ihm benannt habe, erzählt von meiner Angst, ihn aus der Ferne aufwachsen zu sehen.«

Wieso ging diese Schwerpunktverlagerung mit simplerem, kompakterem Songwriting einher?

»Ich war zu Beginn dieses neuen Lebensabschnitts so von der Rolle, dass ich dieses Album zuerst als Soloprojekt ansah, weil es sich doch stark von unserer bisherigen Formel abhebt....

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