RH #341Titelstory

W.A.S.P.

Those Were The Days

W.A.S.P.

W.A.S.P.

Frankfurt, Volksbildungsheim, 28.08.1984

W.A.S.P. waren 1984 bereits eine große Nummer im Metal-Untergrund. Die drei Demos der Band zirkulierten in Tauschkreisen nahezu gleichberechtigt neben den üblichen Verdächtigen der aufblühenden Thrash-Szene (Metallica, Megadeth, Overkill...). Ähnlich wie Twisted Sister mit ihrem Straßencharme galten W.A.S.P. aufgrund ihres blutigen Images als akzeptierte Szene-Band, obwohl das Debüt beim Majorlabel Capitol erschien, Rod Smallwood von Iron Maiden die Gruppe managte und Blackie Lawless eigentlich ziemlich offensichtlich Gene Simmons von Kiss nacheiferte. Aber Kalifornien galt als Hort der besten neuen Bands, und W.A.S.P. waren ohne Zweifel der schrillste Hype aus dem Großraum Los Angeles. Die „sagenumwobene Blutshow“, wie Frank Trojan sich im Review in Rock Hard Nr. 8 ausdrückte, zog in Frankfurt ohne große Werbung immerhin 800 Besucher an. Eigentlich kein Wunder, denn es gab immer wieder Diskussionen, Limitierungen und sogar Verbote wegen Gewaltverherrlichung und frauenverachtender Texte – vor allem rund um die Veröffentlichung der Single ´Animal (Fuck Like A Beast)´, die ich damals eher peinlich als „gefährlich“ fand. Im Zentrum der Kritik stand eine Kiste, aus der Lawless eine lediglich mit Kapuze und Slip bekleidete Darstellerin holte und ihr auf der Bühne symbolisch die Kehle durchschnitt. Für die britische Musikpresse war das ein gefundenes Fressen, und Lawless glotzte schon vor der Veröffentlichung des Albums mit blutigem Totenschädel von den Titelseiten. Auf mich wirkte dieser „Bühnengag“ abgegriffen, berechnend und billig. Klar war das Publikum im Vorfeld ein bisschen aufgeregt, aber wirklich gruselig war allenfalls das dilettantische Gitarrensolo von Chris Holmes. Anders als King Diamond oder Alice Cooper war die Show von W.A.S.P. weder mystisch noch tricktechnisch relevant. Die Fleischbrocken, die Lawless ins Publikum warf, flogen deshalb umgehend auf die Bühne (O-Ton Trojan: „Das Publikum ließ sich da natürlich nicht lumpen und warf mit Schnitzelstücken zurück“). Dafür hatte die Band jede Menge beeindruckender Hymnen parat, die schnell ins Ohr gingen und in deftiger Lautstärke dargeboten wurden. Allerdings nur etwas über eine Stunde lang (und das ohne Vorgruppe). Schon ganz zu Anfang ihrer Karriere wussten W.A.S.P. sich als kurzes, knappes Ereignis zu inszenieren....

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