RH #341Interview

LAIBACH

Die totale Provokation

LAIBACH

Für seinen Auftritt in Nordkorea hat das slowenische Kunstkollektiv LAIBACH kontroverse Reaktionen geerntet. Im Interview verwahrt sich Bandsprachrohr Ivan Novak gegen den Vorwurf, ein totalitäres System zu unterstützen.

„Wann immer wir Kraft geben, geben wir das Beste/ all unser Können, unser Streben/ und denken nicht an Feste/ Von jedem wird alles gegeben/ und jeder kann auf jeden zählen.“ Diese Zeilen könnten genauso gut der Juche-Ideologie entstammen, jener nordkoreanischen Staatsdoktrin, wonach das gesamte Interesse auf die eigene Nation zu richten sei. Tatsächlich handelt es sich jedoch um den übersetzten Text des Achtziger-Gassenhauers ´Live Is Life´ von Opus, der sich in der Interpretation von LAIBACH wie ein stampfender Militärmarsch mit triumphierenden Fanfarenklängen anhört.

Das slowenische Kunstkollektiv hat sich seit seiner Gründung 1980 darauf spezialisiert, vermeintlich harmlose Fremdkompositionen aus dem Kanon der Popkultur völlig neu zu interpretieren - zumeist in einer faschistoid anmutenden Industrial-Ästhetik, wodurch die Band stets umstritten war. „Wir sind so sehr Faschisten, wie Hitler ein Maler war“, antwortete die Gruppe einst auf die Frage nach ihrer Gesinnung - ein für sie typisches und für Interpretationen offenes Zitat. In der Metalszene sind die Slowenen ohnedies keine Unbekannten: Speziell ihr 1996er Album „Jesus Christ Superstars“ sollte jeder Ministry-Fan kennen und schätzen, Behemoths Nergal schmückt sich gerne mit LAIBACH-Shirts, und zu...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

VNV NATION + PROJECT PITCHFORK + LAIBACH + DE/VISION + LEAETHER STRIP + SOLAR FAKE + GRENDEL + FROZEN PLASMA + SOLITARY EXPERIMENTS + SPETSNAZ + u.v.m.28.03.2015Oberhausen, TurbinenhalleE-TROPOLIS FESTIVALTickets