RH #341Interview

ALNAMROOD

Die Hölle auf Erden

ALNAMROOD

Stellt euch vor, ihr müsstet eure Musiksammlung geheim halten, hättet in eurer Heimat keine Chance, Konzerte zu besuchen, und dürftet nie in einem Metal-Shirt auf die Straße gehen. Ansonsten würden euch öffentliche Auspeitschung, ein Umerziehungslager und gar die Todesstrafe drohen. Was sich wie ein Alptraum liest, aus dem man am nächsten Morgen wieder erwacht, ist für ALNAMROOD aus Saudi-Arabien tagtäglich bittere Realität. Wer sich in der dortigen islamischen Religionsdiktatur „blasphemischem“ Extrem-Metal widmet, hat nicht nur einen erlesenen Geschmack, sondern ist auch latent lebensmüde.

Orientalische Klänge mit harten Gitarren zu mischen, ist so neu nicht. Auch dass immer wieder Bands auftauchen, die durch ihre „authentische“ Herkunft eine besondere Integrität besitzen (siehe z.B. Melechesh, Scarab, Salem und Orphaned Land), ist heutzutage kaum noch ein echter Aufreger. ALNAMROOD stechen dennoch deutlich heraus. Vom Perfektionismus vieler, speziell westlicher Konkurrenten sind die Araber auf ihrem aktuellen Album „Heen Yadhar Al Ghasq“ (die nächste Platte „Diaji Al Joor“ soll bereits Ende November erscheinen) weit entfernt. Sie agieren um einiges ruppiger, hektischer und zügelloser und erfordern vom Hörer absolute Aufmerksamkeit. Dann erschließt sich aber eine völlig eigene, faszinierende und nahezu hypnotisch anziehende Welt, die einen so schnell nicht mehr loslässt. Auch wenn sich ALNAMROOD oft als Black-Metal-Gruppe bezeichnen, ist diese Schublade für sie zu klein und...

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