RH #340Zeitreise

DISSECTION

Sturm. Licht. Fluch.

DISSECTION

Eine traurige Geschichte des Wahnsinns

Vor 20 Jahren veröffentlichten DISSECTION mit „Storm Of The Light´s Bane“ einen Genreklassiker im Graubereich zwischen Black- und Death Metal. Bandleader Jon Nödtveidt stand kurz vor dem großen Durchbruch und der Erfüllung seines Traums, Rockstar zu werden. Es sollte anders kommen.

Rom, 25. April 1996. Die Stimmung im ebenso kleinen wie überfüllten Club „Frontiera“ ist am Überkochen. Auf der Bühne steht ein Mann von eher schmächtiger Statur, der hinter seiner weißen Flying V fast zu verschwinden scheint und mit fanatischer Begeisterung gegen die italienische Fan-Übermacht anzuschreien versucht. Er schwitzt in Strömen, seine Haare sind verklebt, seine Lederjacke behält er dennoch wie einen Schutzpanzer an. Dieser Mann ist Jon Nödtveidt. Erst sechs Monate davor hat er das zweite Album seiner Band DISSECTION veröffentlicht, und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt scheint sich in der Szene eine Ahnung zu manifestieren, dass ihm mit „Storm Of The Light´s Bane“ ein großer Wurf gelungen ist. Die Europa-„Tour Of The Light´s Bane“ ist ein einziger Triumphzug vor oftmals ausverkauften Häusern, die Schweden sezieren ihre Hymnen auf der Bühne mit eiskalter Präzision und befeuern sie mit der Leidenschaft angreifender Höllenengel. In Italien covern sie als letzte Zugabe ´The Antichrist´ von Slayer, und während Mitglieder der Vorgruppen (!) Gorgoroth und Satyricon zur Unterstützung auf die Bühne kommen, nimmt Nödtveidt ein Bad in der Menge, wo er noch lange verweilt. Er genießt den Andrang der Fans sichtlich, schreibt Autogramme, freut sich geradezu kindlich über zugesteckte Fanzines und Demos lokaler Underground-Bands. Seine Augen leuchten. ...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.