RH #339Interview

ANDREAS MARSCHALL

Gestatten, Herr Freudstein

ANDREAS MARSCHALL

Coverzeichner Andreas Marschall im Porträt

Hausbesuch in Berlin-Charlottenburg. Mietshaus in Seenähe. Andreas Marschall sitzt bei einem Kaffee an seinem schweren Schreibtisch aus dunklem Holz - die Zeichenutensilien minutiös arrangiert. Wie viele legendäre Metal-Cover mögen hier entstanden sein? Der Blick schweift auf das unaufgeregte Treiben im sonnenüberfluteten Hinterhof. Der ehemalige Hauszeichner des womöglich wichtigsten deutschen Metal-Labels aller Zeiten, Noise Records, wirkt tiefenentspannt.

Seit den frühen Neunzigern fährt der gebürtige Karlsruher zweigleisig, durch das Drehen von weit über 60 professionellen Videoclips fand der eingefleischte Horror-Fan den Einstieg ins Filmgeschäft. Die Malerei hat Andreas Marschall indes auch in schweren Zeiten niemals aufgegeben. Filme drehender Coverzeichner oder Tonträgerhüllen entwerfender Regisseur? Welche Bezeichnung ist passender für den Wahlberliner?

»Das ist wirklich schwer zu sagen. Beide, denke ich«, wägt dieser ab. »Mehr Energie oder mehr Arbeitsaufwand investiere ich momentan auf jeden Fall in die Filme. Das liegt aber auch daran, dass diese halt per se sehr viel zeitaufwändiger sind. Da ist man wirklich ein oder zwei Jahre lang ausschließlich mit einem einzigen Film beschäftigt. Ich versuche aber, so weit es geht, zwischendurch immer mal wieder ein Cover zu machen. Im Moment kommen sehr viele Anfragen. Das hat in erster Linie damit zu tun, dass letztes Jahr in Gronau im Rock- und Pop-Museum eine...

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