RH #335Titelstory

TRIPTYKON

»Das Weiße Album der Beatles ist ein Meisterstück!«

TRIPTYKON

TRIPTYKON-Sänger/Gitarrist Tom Gabriel Warrior über Alben, die sein Leben veränderten:

»Als meine Familie noch einigermaßen intakt war, zumindest aus Sicht eines fünfjährigen Kindes, waren meine Eltern sehr musikbegeistert und hatten eine für die sechziger Jahre sensationelle Plattensammlung, die meine Mutter nach der Scheidung behielt. Als meine Mutter mich später wochenlang allein zu Hause ließ, während sie Uhren und Diamanten durch die Welt schmuggelte, hatte ich nur noch die Musik und habe mich total in sie hineingesteigert. Ein Highlight war für mich das Weiße Album der Beatles, das ja eigentlich nur „The Beatles“ heißt. Viele Leser werden die Nase rümpfen, wenn ich die Band auch nur erwähne, aber sie kennen vielleicht nur ihre Rock´n´Roll-Seite. Für mich wurden die Beatles erst interessant, als sie zu progressiven Rockern, fast schon Hardrockern wurden und regelrecht sozialkritische Texte verfassten. Das Weiße Album ist ein Meisterstück. Es gibt dort so viele musikalische Stile zu entdecken. Es hat mich mein ganzes Leben geprägt. Ich habe meine gesamte Karriere lang versucht, auf meine kleine Art und Weise ein eigenes Weißes Album zu erschaffen. „Into The Pandemonium“ und „Monotheist“ von Celtic Frost oder die beiden TRIPTYKON-Alben zeigen das in ihrer Vielseitigkeit und Grenzenlosigkeit deutlich. Ebenfalls nennen muss ich „Vol. 4“ von Black Sabbath. Ich bekam es auf einer ausgeleierten Musikkassette geborgt. Ich hatte noch nie eine derartige Dunkelheit gehört. Das war wie eine Hypnose, in der ich mich sofort wiedererkannte. Als ich Jahre später im hohen Bogen aus der Gitarrenschule flog, setzte ich mich zu Hause selbst hin und probierte, Iommis Riffs herauszuhören. So begann das ganze Unglück (lacht). Auf der Rückseite des Tapes war „Wish You Were Here“ von Pink Floyd. Es hatte einen genauso radikalen Einfluss auf mein Leben. Ich bin nicht dermaßen größenwahnsinnig, mich mit Pink Floyd zu vergleichen, aber ich unternahm zumindest den Versuch, eine ähnliche Atmosphäre zu kreieren. So etwas hatte ich zuvor noch nie gehört. Dieses Sphärische, diese Unendlichkeit, diese Farben! Als Letztes möchte ich Venoms „Welcome To Hell“ nennen. Das ist eines der wichtigsten Alben aller Zeiten. Da führt kein Weg dran vorbei. Es war eine Pionierleistung, egal was Venom später gemacht haben. Es hat die Radikalität des damals wieder neu entstehenden Metal und des fast schon über den Höhepunkt geschrammten Punk vereint. Das hat mich unendlich angezogen. Ich habe nach immer extremeren Bands gesucht. Man fand sie aber nur durch Zufall. Da konnte man nichts googeln. Ich entdeckte die erste Venom-Single „In League With Satan“, als ich mit meinem zusammengekratzten Geld in London nach NWOBHM-Platten suchte. Das Bandfoto reichte, um sofort zuzugreifen. Hören konnte ich die Scheibe erst, als ich wieder zu Hause war. Da war ja noch nix mit mp3 und so (Iacht).« ...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

AbfahrplanDie nächsten Konzerte

ANTIGAMA + BIRDFLESH + BLOODBATH + BRODEQUIN + CANCER + CIANIDE + DEAD CONGREGATION + DEATH TOLL 80K + DEMOLITION HAMMER + DISCHARGE + u.v.m.03.03.2017
bis
05.03.2017
NL-Tilburg, 013NETHERLANDS DEATHFESTTickets
IN FLAMES + ARCHITECTS + SEPULTURA + AIRBOURNE + APOCALYPTICA + BAD OMENS + EQUILIBRIUM + CALLEJON + ELSTERGLANZ + BETRAYING THE MARTYRS + u.v.m.22.06.2017
bis
24.06.2017
FerropolisWITH FULL FORCE OPEN AIRTickets