RH #335Seziertisch

Seziertisch

SKYCLAD

Als Ex-Sabbat-Sänger Martin Walkyier und die Satan/Pariah-Recken Steve Ramsey und Graeme English 1990 die Köpfe zusammensteckten, war das zugleich eine Elefantenhochzeit chronischer Pechvögel und der Karrierebeginn einer beispiellosen Band zwischen Metal, Folk und – wird gerne übersehen – typisch britischem Indie/Wave der 1980er. Aus der anfänglich noch sehr thrashigen und wegen ihres Frontmanns entschieden ketzerischen Truppe wurde mit der Zeit bei quantitativ wie qualitativ beachtlichem Ausstoß eine ganz für sich selbst stehende Institution, die bis heute höchstens in Insiderkreisen etwas gilt, auch wenn man ihr nachsagt, den aktuellen Pagan-Metal-Quatsch initiiert zu haben. Egal ob das stimmt oder nicht: Ausgezahlt hat es sich nie, und SKYCLADs oft bitterbös gesellschaftspolitische Texte haben null mit dem Einerlei des Genres zu tun, in dem die immer noch existente Band verortet wird.

ESSENZIELL

THE WAYWARD SONS OF MOTHER EARTH
(Noise, 1991)
Das Debüt der damals noch ohne Geige und mit Robin-Hood-Optik aufspielenden Band klang noch stark nach seiner Keimzelle Sabbat und war auch konzeptionell auf deren intellektuelles Neuheidentum ausgelegt. Davon abgesehen, ist „The Wayward Sons Of Mother Earth“ aber auch eines der besten Thrash-Alben aus Großbritannien, weil es in dieser Form nur von dort kommen kann und genauso viel zu bieten hat wie die großen US-Acts – bloß eben auf andere Art. Walkyier spuckt Galle und zeichnet stärker als jemals danach apokalyptische Bilder, speziell...

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