RH #329Zeitreise

IRON MAIDEN

Dennis Wilcock: Blick zurück im Zorn?

IRON MAIDEN

The Early Days Of IRON MAIDEN

Geschichtsschreibung kennt keine Grautöne, es gibt nur Schwarz oder Weiß. Zumindest, was die Musikhistorie betrifft. Das schriftlich Überlieferte basiert zumeist auf den Erinnerungen der Überlebenden, der Sieger. Dennis Wilcock ist keiner dieser Siegertypen. Geschichte haben andere geschrieben.

Nur IRON MAIDEN-Insider wissen Dennis Wilcocks Stellenwert innerhalb des Bandgefüges einigermaßen adäquat einzuschätzen. Von dem zusammengerechnet wohl guten Dutzend verschiedener Musiker, die sich vor der Veröffentlichung der Debüt-LP im Jahre 1980 die Klinke in die Hand gegeben haben, war er ohne Frage der prägende Charakter. Dennis Wilcock trat IRON MAIDEN im Dezember 1976 als Ersatz für den überforderten Paul Mario Day bei (der später bei More ein neues Zuhause finden sollte und auch ein Kurzgastspiel bei The Sweet gab) und wurde erst 1978 von Paul Di´Anno abgelöst. Der extrovertierte Wilcock (ein gebürtiger Nordlondoner, der freilich nahezu sein ganzes Leben im East End verbracht hat) war das einzige (frühe) IRON MAIDEN-Mitglied, das sich traute, die Hegemonie von Steve Harris herauszufordern. Der Streit über die musikalische Ausrichtung der Band führte schließlich im Frühjahr des Jahres 1978 zur Trennung zwischen Harris und Wilcock. Eine Liaison, die bereits 1975 bei einer Formation namens Smiler begonnen hatte.

»Das stimmt«, bestätigt ein absolut redseliger Dennis Wilcock am Telefon. »Ich lernte Steve bei Smiler kennen. Es war die Band der...

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