RH #320RH vor 10 Jahren

Headbangen zwecklos!

Wir feiern unsere 200. Ausgabe und zugleich 20 Jahre Rock Hard mit einer fetten Jubiläumsnummer.

Aufgelockert wird das Heft neben einer detailreichen Rock-Hard-History durch Gratulationen von diversen Wegbegleitern. Sehr schön ist etwa das Lob von Billy Milano: „Rock Hard? Politisch korrekte Hippie-Ärsche, die glauben, sie würden die Welt beherrschen. Haben das die Nazis nicht auch gedacht?“ Da haste uns glatt erwischt! Genau wie der Leser, der akribisch ermittelt, „die Aufstockung der Richterskala um Herrn Himmelstein“ habe „offensichtlich die Modern-Fraktion der Trend-Hörigen vergrößert“. Daher seien jetzt Nickelback vor Iron Maiden im Soundcheck platziert. Klaro! Ob uns MANOWAR heute noch attestieren, dass wir „immer für die Fans und Musiker da waren, über all die Jahre gleichbleibende Qualität geboten und uns nie untreu geworden“ sind, darf man hingegen bezweifeln. Honig ums Maul gibt´s auch von ACCEPTs Wolf Hoffmann („Ohne Rock Hard würde „Rock“ in Europa „weich“ sein!“)
Dieses ganze Geschleime haben wir allerdings gar nicht nötig, meldet sich doch Gott höchstpersönlich für ein Interview. Der Allmächtige erzählt u.a., dass er dafür verantwortlich ist, dass sein irdischer Statthalter Rob Halford (ihr wisst schon, Metal-Gott und so) die gleichgeschlechtliche Liebe entdeckte. Schuld daran ist ein gar unschickliches Hilfsmittel, mit dem die Priest-Stimme gern herumschlawinert. Nein, nicht die Anal-Metall-Kugelkette aus Heft 187, sondern der „Teleprompter! Ich trainiere doch nicht jahrelang all die geilen Posen mit ihm, damit der sich dann vor diese Kiste hockt. Die Mädels habe ich ihm zur Strafe schon vor Jahren weggenommen - und wenn´s nicht langsam besser wird, kriegt er auch keine Jungs mehr!“ Bevor der Schöpfer bei uns ebenfalls durchgreift, schlagen wir redaktionsintern noch schnell über alle moralischen Stränge. Boris beschwert sich jedenfalls im Jahrespoll nicht ohne Grund, dass Götz ihn „ständig betatschen“ würde.
Die Welt dreht sich aber auch außerhalb der Paderborner Straße weiter:
TED NUGENT bewirbt eine Eis-Company, die sich als „konservative Alternative zu den liberalen Marken“ sieht. Die großartig betitelten Sorten heißen u.a. „I Hate The French Vanilla“ und „Iraqi Road“.
Die Grönländer PLAYER verwursten unter dem Namen „Bell Awaits“ diverse Slayer-Classics im Triangel- und Glockenspielgewand.
DIMMU BORGIR imitieren unseren Götz und vergessen in einem norwegischen Hotel einen Patronengurt, woraufhin das Personal ein Bombenentschärfungskommando ruft.
Der Bonus-Joke kommt von IMPALED NAZARENEs Chefkasper Mika Luttinen: „Was ist die Nationalhymne von Äthiopien? ´Stay Hungry´ von Twisted Sister!“
POWERWOLF heißen damals noch RED AIM, erzählen, dass ihr Sänger aus Österreich stamme, und spielen angestaubten Rock. Im Crossfire werden sie dennoch von einem DIE HAPPY-Strategen mit Iron Maiden verwechselt.
Lemmy kündigt für 2004 (oder sollte man schreiben SEIT 2004?) ´ne Soloscheibe an.
Auch SODOMs Angelripper droht ominös mit ´ner Biografie, von der man nie wieder ein Wort gehört hat.
Falls sich jemand wundert: Einige dieser Meldungen sind sorgsam im Heft verteilte „Rock Fart“-Gedächtniswitze.

Und sonst?

* Ein besonderer Leckerbissen ist der beigelegte Nachdruck der ersten Rock-Hard-Ausgabe vom September 1983. Davon gab´s damals 110 selbstkopierte Exemplare mit Schreibmaschinentext und Klebelayout. Album des Monats war Metallicas „Kill ´Em All“ mit imposanten 9,9 Punkten. Doch „headbangen sollte man zu den schnelleren Stücken dieser Platte lieber lassen!!!!!“, warnte ein völlig geplätteter Holger Stratmann.


Redaktions-Charts Januar 2004

1. DREAM THEATER - Train Of Thought (8,2)
2. THUNDERSTONE - The Burning (7,6)
3. POWDERFINGER - Vulture Street (7,5)
4. P.O.D. - Payable On Death (7,2)
5. MOONSORROW - Suden Uni (7,2)
6. SKEW SISKIN - Album Of The Year (7,1)
7. GRAND MAGUS - Monument (7,0)
8. LAST TRIBE - The Uncrowned (6,9)
9. BELPHEGOR - Lucifer Incontinentus (6,9)
10. WOLVERINE - Cold Light Of Monday (6,8)