RH #320Interview

Der Selbstmord des Sängers Brad Delp im Jahr 2007 und diverse Rechtsstreitigkeiten, die Bandgründer, Sänger, Produzent und Gitarrist Tom Scholz gegen amerikanische Zeitungen, ehemalige Mitmusiker sowie Angehörige Delps angestrengt hat, lassen das neue BOSTON-Album „Life, Love & Hope“ leicht in den Hintergrund rücken, wenn man nicht aufpasst. Doch Scholz passt auf.

Bevor Tom Scholz (66) zwecks Interview anruft, gibt es strikte Vorgaben vom Management, welche Themen (nur die neue Platte) und welche nicht (sämtliche oben erwähnten) angesprochen werden dürfen; bei Missachtung droht ein Abbruch des Gesprächs. Um beiden Seiten diese Peinlichkeit oder gar einen Prozess zu ersparen, tastet man sich also ganz vorsichtig an das Thema „toter Sänger“ heran. Das muss erlaubt sein, schließlich ist Delp auf „Life, Love & Hope“ zu hören. Die Arbeit an den drei Stücken, die von seinem ehemaligen Sänger und Kumpel eingesungen wurden, dürfte dem Gitarristen vermutlich nicht leicht gefallen sein.

»Die Aufnahmen mit Brad entstanden bereits 2002. Und das von ihm eingesungene ´Didn´t Mean To Fall In Love´ ist einer meiner Lieblingssongs. Ich wollte ihn unbedingt auf der Platte haben.«

Mehr möchte Scholz zu Brad Delp nicht sagen. Da die letzte BOSTON-Scheibe „Corporate America“ satte elf Jahre auf dem Buckel hat, ist aber sogar ein alter Hase wie Scholz bei der Veröffentlichung des neuen Werkes angespannt.

»Ich habe überwiegend alleine in meinem Keller daran gearbeitet - und das elf Jahre lang....

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.