RH #320Crossfire

CARCASS

MIT JEFF WALKER (CARCASS)

CARCASS

Sympathischer Bursche, dieser Jeff Walker, wäre da nicht sein gewöhnungsbedürftiger, schwer verständlicher Liverpool-Akzent, der selbst viele Briten vor größere Probleme stellt. Dass dem Basser/Sänger der Grindcore/Death-Metal-Pioniere CARCASS nur die Hauptband seines ehemaligen Gitarristen Michael Amott, Arch Enemy, durch die Lappen ging, ist bei sechs von sieben Treffern ein lässlicher Fauxpas.

ARCH ENEMY – Blood On Your Hands

»Leicht Black-Metal- und Hardcore-artig. Ich habe keine Ahnung, wer das ist, deshalb rate ich mal ins Blaue hinein: Hypocrisy?«
Nein, du hast mit dem Gitarristen sogar mal einige Jahre zusammen in einer Band gespielt.
»Mike Hickey?«

Nein, Michael Amott. Das sind Arch Enemy.

»Wirklich? Aus welcher Phase? Wäre der Song von „Black Earth“, dann hätte ich ihn erkannt. Ach, der ist von „Rise Of The Tyrant“? Die Scheibe kenne ich nicht. Klingt wie gesagt überraschend Black-Metal- bzw. Hardcore-lastig, und das bin ich von Arch Enemy nicht gewöhnt. Ich hatte die viel melodischer im Gedächtnis. Kürzlich habe ich Michael in Japan getroffen. Leider sind wir beide absolut lausig darin, Kontakt zu halten, und darüber hinaus viel zu busy. Es gab bzw. gibt also keinen Stress zwischen uns.«
 
HELL – Faith Will Fall

»Hell? Das habe ich an der Andy-Sneap-Produktion und den Vocals erkannt. Ist der Song von der ersten Scheibe? Der Sänger ist richtig gut, und das ist in der Metalszene heutzutage ja eher die Ausnahme als die Regel, oder? Für meinen Geschmack hat er eine ziemlich geile Stimme, auch wenn er natürlich kein zweiter Bruce Dickinson ist.«
 
BOLT THROWER – Inside The Wire

»Das sind Bolt Thrower, oder? Von ihrem letzten Album?«
Nein, von „Honour - Valour - Pride“ aus dem Jahre 2001.
»Ich glaube, die Scheibe kenne ich gar nicht. Wir haben früher oft zusammen gespielt. Das letzte Mal haben wir uns diesen Mai gesehen, als beide Bands auf dem Maryland Deathfest aufgetreten sind, und davor auf irgendeinem Festival in Spanien. Ich glaube, wir haben nur sporadisch miteinander Kontakt, weil keiner von uns daran erinnert werden will, wie alt wir geworden sind (lacht).«
 
NAPALM DEATH – When All Is Said And Done

»Entombed? Napalm Death? Barney, Danny und Shane waren kürzlich auf unserem Konzert in Birmingham. Außerdem spiele ich nach wie vor in einer Band mit Shane. Mein Lieblingsalbum von Napalm Death ist und bleibt natürlich ihr Debüt „Scum“.«
 
SPIRITUAL BEGGARS – The Chaos Of Rebirth

»Ich rate mal: Sind das Candlemass?«
Schweden stimmt schon mal.
»Spiritual Beggars? Mit welchem Sänger? Dem von Grand Magus?«
Der Song ist vom „Return To Zero“-Album aus dem Jahre 2010.
»Dann ist das wohl der Typ von Firewind. Am besten gefiel mir die Band, als Spice noch bei ihr gesungen hat. Das habe ich Michael auch irgendwann einmal ehrlich ins Gesicht gesagt. Ohne Spice fehlt den Beggars irgendwas. Erkannt habe ich den Song an den Keyboards. Ihr vielleicht größter Hit ´Angel Of Betrayal´ von „Ad Astra“ klingt für mich übrigens nach ´Smells Like Teen Spirit´ von Nirvana. Zumindest das Riff.«

Welche von Amotts Bands findet du besser – Arch Enemy oder Spiritual Beggars?

»Letztere. Aber wie gesagt nur das alte Zeug mit Spice.«
 
AMON AMARTH – Slaves Of Fear

»Ich tippe auf Amon Amarth. Irgendjemand hat mal gesagt – und das war nicht meine Wenigkeit –, dass Amon Amarth so klingen wie Bolt Thrower, wenn die richtig spielen könnten. Und das war als Kompliment gemeint. Ich kann verstehen, warum die Band gerade bei euch in Deutschland so populär ist. Erstens sind die Jungs live richtig gut, und zweitens fahren die Kids total auf dieses Wikingerding ab. Und da sie sich in den letzten Jahren den Arsch von vorne bis hinten aufgerissen haben, ist der Erfolg auch völlig verdient.«
 
BENEDICTION - Agonised

»Sind das Benediction? Erst klang es ein wenig nach Barney von Napalm Death, aber dann nach Celtic Frost, also müssen das Benediction sein. Wie alt ist der Song? Vielleicht singt da ja doch der Barney?«
Nein, das ist ´Agonised´ von „Grind Bastards“, d.h. da schreit sich Dave Ingram die Seele aus dem Leib.
»Mit Benediction haben wir nur selten gespielt, aber wir kennen die Jungs natürlich persönlich. Nette Kerle. Vor allem Frank, der Basser. Den kennen wir schon eine halbe Ewigkeit.«


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Pic: BUFFO