RH #318RH vor 10 Jahren

Was braucht ein anständiges Metal-Magazin? Schrullige Saitenvirtuosen, derbe Drogenexzesse und glattrasierte Genitalien. Bitte schön!

DISSECTIONs Jon Nödtveidt beschwert sich aus dem Knast heraus, dass wir ihn als „primitiven Mörder und Rassisten“ bezeichnet haben. Ein Rassist sei er nicht. Er gehöre lediglich einer „geistigen Elite“ an, die es sich zum Ziel gesetzt habe, das „Schwache“ in dieser Welt zu „bekämpfen“.

MORBID ANGELs Trey Azagthoth transportiert seine Ideologie im Interview mit Albi etwas nebulöser: »Durch Meditation schreite ich in das lebende Kontinuum, bringe meinen Verstand zum Schweigen und erlaube dem Rhythmus des Universums, durch mich hindurchzufließen und sich in meiner Musik zu manifestieren.«

HELLOWEEN-Gitarrero Michael Weikath weiß sich ebenfalls intellektuell in Szene zu setzen: »Die US-Bevölkerung besteht zu 70 Prozent aus Frauen und nur zu 30 Prozent aus Männern. Und einige der Typen sind auch noch schwul oder hässlich, behindert oder sonst was. Es gibt eine große Überzahl an Frauen, weil so viele GIs in den Krieg geschickt wurden. Jetzt weiß ich auch, warum man in Amerika so viele Lesben findet. Es sind einfach nicht genügend Männer da.«

Oder die Kerle haben schlicht Besseres zu tun: »Zur Feier des Deals mit Roadrunner habe ich mit einem Freund Heroin geschossen und prompt eine Überdosis erwischt«, gibt MACHINE HEAD-Boss Robb Flynn Einblick in seine Freizeitgestaltung. »Das alles passierte im Haus des Dealers, der natürlich nicht die Polizei oder den Notarzt rufen konnte.« Der Kumpel ist inzwischen tot. Flynn hat sich eines Besseren besonnen: »Ich stehe gegen 7:30 Uhr auf und trinke mit meiner Frau Tee.«

´ne entspannende Tasse Kräutersud sollten sich auch ein paar asiatische Schwarzbärte einschenken. Nachdem man in Malaysia zunächst die Black-Metal-Szene mittels zwangsweiser Verabreichung von Psycho-Drogen auf den gottesfürchtigen Pfad zurückbringen wollte, geht´s jetzt den Punks an die Spikes. Wer sich „ausschweifend punkig“ verhält, wird „mittels Versen aus dem Koran dazu angehalten, seine ungesunde Lebenseinstellung zu ändern, ehe man ihm den Kopf kahl rasiert“.

Es kommt schlimmer: Martin Kesici wird im Rock Hard interviewt. Da soll sich noch mal jemand über ´ne Heino-Story beschweren. Leser, die jetzt „Martin wer?“ fragen, haben alles richtig gemacht.

Dann doch lieber Dr. Bela B. im Schwatzkasten. Der freut sich wenigstens auch als alternder Pop(p)star, wenn er zum Geburtstag Fotos kriegt, »die den Unterleib eines Mädchens mit glattrasierter Möse zeigen. Da hat Fotzi, wie man mich innerhalb der Band nennt, ein würdiges Geschenk bekommen.«

Auch nicht schlecht: Marcus Schleutermann schreibt in der Story tatsächlich „Kuhdamm“ statt „Kudamm“. Jesses! Das kommt von „Kurfürstendamm“ und nicht von den fetten Russenkühen, die dort das Schwarzgeld ihrer Oligarchengatten in die Designer-Stores tragen.

 

Und sonst?

  • Heulboje Vince Neil hat keinen Bock auf ´ne MÖTLEY CRÜE-Reunion: »Sämtliche Crüe-Mitglieder können sich gegenseitig nicht leiden. Warum sollte ich mir so was noch mal antun?« Hätte er sich ein paar Jahre später nur noch an dieses Statement erinnert...
  • Unsere Novizin Jenny Rönnebeck probiert laut Götz bei einem GODDESS OF DESIRE-Gig, „halbnackt auf die Bühne zu hüpfen (umgedrehtes, also satanisches Stagediving quasi)“.
  • Matthias Breusch, unermüdlicher Stangenhalter für die Pretty Maids und Savatage sowie Verfasser unzähliger - je nach Standpunkt - grinsende bzw. wutverzerrte Gesichter verursachender Klammerbemerkungen, verlässt nach zwölf Jahren das Rock Hard.