RH #317RH vor 10 Jahren

Excess all areas

Rock Hard #197

Scheiß auf Konzeptalben, wir machen ein Konzeptheft! Wie ein roter Faden ziehen sich abgründigste Drogenexzesse durch unsere Oktober-2003-Ausgabe.

MINISTRY-Chef-Junkie Al Jourgensen erzählt seinen Mi(e)tmusikern, dass man sich vor Geschlechtskrankheiten schützen kann, indem man kurz vorm Vögeln sein Gemächt mit Vitamin C und Tomaten einreibt. Daraufhin drücken die leichtgläubigen Kollegen tatsächlich ihre stinkigen Nudeln regelmäßig in die Pizzas der Crewmitglieder. Ob sich der eine oder andere Depp zusätzlich ´ne Zitrone über die Schwarzwurzel gestülpt hat, ist nicht überliefert, hätte aber bestimmt für äußerst wohliges Prickeln gesorgt.

Auch PEARL JAMs Eddie Vedder bekommt ´ne Extradosis Jourgensen-Humor verpasst, wird von Al in ein Auto verfrachtet und mit 150 Stundenkilometern und S.O.D. in der Anlage durch Chicago chauffiert, bis die Cops dem Spiel ein Ende machen. Als Entschuldigung verkuppelt Jourg den Grunge-Langweiler noch mit ´ner lokalen Transe.

Auf dem W:O:A badet ´ne dicke Schnalle für knauserige 27 Euro Trinkgeld diverser Schaulustiger in einem Pool, der mit einem leckeren Sud aus u.a. Kippen, Kacke, Kotze und - immerhin! - Nutella gefüllt wurde.

CARPATHIAN FOREST-Philosoph Nattefrost hatte seine Körperausscheidungen zu dem Zeitpunkt leider schon anderweitig entsorgt. Der Giftzwerg geriet auf dem Weg nach Wacken in eine Bullenkontrolle, wollte den Uniformierten aber nix von seinen Magic Mushrooms abgeben und schluckte den gesamten Wochenendvorrat mal eben präventiv in einem Rutsch. Mitten im Auftritt schlug das Zeug durch und ergoss sich in einem ansehnlichen Göbelstrahl direkt auf Mikro und Bühne.

JÜRGEN ZELTINGER teilt sich seine Leckerlis besser ein und „verpulvert“ einen Plattenfirmenvorschuss in einem zweiwöchigen Dauerkoma auf Ibiza.

Auch POISON IDEA-Dickerchen Jerry A. ist in Sachen Drogenanekdoten nicht gänzlich unbefleckt. Er landet nach einem Cocktail aus Heroin, Koks, Methadon und Pillen auf der Intensivstation und macht mangels Rockstar-Kohle gleich noch als Krimineller Karriere: »Ich klaute alles, was ich kriegen konnte. Autos, Bikes... Und manchmal marschierte ich in einen Elektromarkt und nahm einen Fernseher mit.« Schuld an der ganzen Schiete sind natürlich die anderen: »Wir werden ständig von Reklame für Alkohol und Zigaretten überflutet und aufgefordert, mehr und mehr zu saufen und zu rauchen.«

Nach dem Interview mit Götz wird wahrscheinlich auch Bruce Dickinson zum Crackhead. Die IRON MAIDEN-Sirene kriegt von unserem Chefkoch erst das neue Album „Dance Of Death“ um die Ohren gehauen („ziemlich uninspiriert“, „erschreckend schwach produziert“), dann kommt die Fan-Abzocke mit pseudolimitierten Boxsets auf den Tisch, und abschließend wird´s ganz, ganz übel.

Götz: „Hast du die neue Metallica gehört?“

Bruce: »Ja. Grausames Teil... Dieses Interview macht mich langsam depressiv: Alles ist scheiße, hahaha!«

 

Und sonst?

  • Götz verliert auf dem Party.San zunächst seinen Patronengürtel, verläuft sich dann in einem Dixiklo (!) und plumpst nach heroischer Befreiung durch Wolf Mühlmann umgehend in den nächsten Wassergraben.
  • Michael Rensen entwickelt angesichts der Vokalperformance auf dem THE DARKNESS-Nervenkrieg „Permission To Land“ schneidige Konstrukte wie „Tonlagen unterhalb der Hundepfeifen-Schmerzgrenze“ und „hyperventilierende Opernarien-Aussetzer“ und sehnt sich tatsächlich nach King Diamond.