RH #313RH vor 10 Jahren

Die perfekte Wurst

Rock Hard #193

Hätte Pete Steele gewusst, dass das „Playgirl“-Magazin seinen Hauptumsatz mit schwulen Lesern macht, hätte der TYPE 0 NEGATIVE-Langdödel seine Nackedei-Fotosession noch mal überdacht.

Jetzt sieht er sich genötigt, auf „Life Is Killing Me“ mit ´I Like Girls´ seine sexuelle Präferenz eindeutig klarzustellen, und probiert zugleich, seinen ohnehin lädierten Ruf bei der holden Weiblichkeit zu verbessern: »Unsere Welt wäre friedlicher, wenn sie ausschließlich von Frauen regiert würde - nur dann nicht, wenn sie gerade ihre Tage haben.«

Auch CARPATHIAN FOREST-Chef Nattefrost entpuppt sich als Traum aller potenziellen Schwiegermütter: »Wir wurden schon oft von Frauenorganisationen angepöbelt. Das sind alles lesbische Fotzen. Die meinen, wir würden Frauen unterdrücken und wie Nutten behandeln, wir seien antifeministisch usw. Natürlich sind wir das!«

Unser redaktionsinterner Damen-Goutierer Boris K. huldigt derweil etwas niveauvoller EVANESCENCE-Frontschnuckel Amy Lee, attestiert der Kleinen, „wirklich hübsch“ zu sein, und erkundigt sich unauffällig, ob sie noch mit ihrem Gitarristen Ben Moody liiert sei. Ms. Lee verweigert leider die Aussage und vertraut sich nur »ihren bis zu sieben Tagebüchern« an. Unser Kaiser verknallt sich daraufhin lieber wieder in The-Gathering-Elfe Anneke van Giersbergen.

Marcus Schleutermann lässt sich von TENACIOUS D über die perfekte Wurst aufklären. Ist es ´ne Bockwurst? Nein! Ist es ´ne Tofuwurst? Nein! Was ist es dann? ´ne Kackwurst!

»Ich nehme vor dem Schlafengehen einen Löffel Metamucil«, plauscht Kyle Gass aus dem Kotkästchen. »Damit kackst du am nächsten Morgen eine perfekte Wurst. Nicht zu hart und nicht zu weich. Wenn ich mich abputze und mir das Klopapier angucke, ist es völlig sauber. Pures Weiß! Kein bisschen braun.«

Zumindest ein bisschen Braun wittern hingegen gewisse Zeitgenossen, wenn ´ne Extrem-Metal-Band nicht gegen Christen zetert, sondern sich ´ne andere Religion als Zielscheibe schnappt. Die ganz doll bösen Holländer THE MONOLITH DEATHCULT haben jedenfalls mit den Jesus-Fans in ihrer Sippschaft »kein Problem. Meine Eltern sind gute Menschen, die mit Sicherheit niemandem Schaden zufügen wollen.« Stattdessen sehen sie sich als „Slayers of Jihad“, finden den »Islam gefährlicher als das Christentum« und landen in Schland umgehend auf der Abschussliste irgendwelcher Antifa-Paranoiker.

Dort können sie Billy Milano die Hände reichen. Boris zückt für die neue M.O.D.-Scheibe „The Rebel You Love To Hate“ (Plattenfirmen-Werbetext: „Ein Spaß für die ganze Familie!!!“; textliche Highlights: ´Ass-Ghanistan´, ´Rage Against The Mac Machine´ und vor allem ´Wigga´) ´ne imposante 0,0. Der Soundcheck-Durchschnitt liegt bei immerhin 5,1 Zählern. Das reicht für einen lockeren 57. Platz. Billy ruft umgehend bei mir an und brüllt irgendwas von wegen „Ich hau dir für deine drei Punkte auf die Fresse!“ durch den Hörer. Ein paar Monate später bietet mir der Wutklumpen auf dem With-Full-Force-Festival überraschend ´ne Freundschaftszigarre an. Seitdem schreiben wir uns regelmäßig Weihnachtskarten.

 

Und sonst?

  • METALLICA haben „St. Anger“ im Kasten. Nachdem man uns die Platte im Studio vorgespielt hat, vereinbaren wir umgehend einen Sitzungstermin mit dem anwesenden Band-Therapeuten.
  • BLACK LABEL SOCIETY versaufen laut Zakk Wylde auf einer sechswöchigen Tour »fucking 34.000 Dollar an Bier und fucking Crown Royal«.
  • Davon angetan, kalauert fucking Götz in seiner fucking SCEPTER-Rezension mit einem launigen „Die fucking Zielgruppe weiß fucking genau, was hier fucking abgeht. Fuck you, fuckhead!«.