RH #313Krach von der Basis

CHILE-SPECIAL: Wie der Metal nach Chile kam

CHILE-SPECIAL

Ist es nur Klischee, oder stimmt es tatsächlich, dass raue und unbequeme Lebensumstände den idealen Nährboden für große, authentische Kunst bilden? Bestes Beispiel: Chile. Das südamerikanische Land, das seit Ende der Pinochet-Diktatur weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden ist, durchlebt seit einigen Jahren eine metallische Metamorphose. Gerade der extreme Underground scheint förmlich zu explodieren und spuckt ein Killerkommando nach dem anderen aus. Doch wieso gerade Chile? Die Spurensuche gestaltet sich hierbei deutlich schwieriger als anderswo. Kaum ein Chilene spricht mehr als ein paar Brocken Englisch - wenn überhaupt. Fanzines, Webseiten von Bands, Flyer, Bücher, ohne Spanisch ist man aufgeschmissen.

Die Spurensuche soll Mitte der achtziger Jahre beginnen. Während Iron Maiden und Judas Priest bereits die Nordhalbkugel in Verzückung versetzten, blieb es in Chile zu jener Zeit verhältnismäßig ruhig. Es gab zwar seichte Hardrock-Acts wie Tumulto oder Panzer, die eher wie Led Zeppelin oder Deep Purple klangen, doch eine landesübergreifende Heavy-Metal-Szene etablierte sich bis Mitte der Achtziger nicht. Erst der Siegeszug des Thrash markierte die Initialzündung für eine rebellische Jugendkultur.

Andrés Padilla erinnert sich: »Ich denke, die Bands aus der Bay Area wie Exodus, Slayer und Metallica, aber auch deutsche Acts wie Kreator und Sodom spielten genau den Sound, den die Jugend hören wollte. Das Aggressive der Musik sorgte für eine kollektive Aufbruchstimmung.«

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