RH #309RH vor 10 Jahren

Ihr seid Schrott!

Rock Hard #189

Bei Amis dominiert im Februar 2003 der drohende Irakkrieg den grimmigen Interview-Tenor. Schweden pöbeln hingegen am liebsten das Magazin eures Vertrauens an.

M.O.D./S.O.D.-Sprachrohr Billy Milano steigt mal wieder in sein Verbal-Stuka und bombt flächendeckend auf Audioslave-Gitarrist Tom Morello (»liberale Berkeley-Tunte«) und System-Of-A-Down-Sänger Serj Tankian (»antiamerikanisches Stück Scheiße«), die gegen die Außenpolitik von George W. Bush zetern. »Diese Typen beschweren sich, als hätten sie nie eine Chance im Leben gehabt, dabei residieren sie ziemlich komfortabel in Kalifornien. Nehmt all euer Geld und macht die Welt ein Stückchen besser, indem ihr armenischen Kindern eine Ausbildung bezahlt oder ein Haus für eine irakische Familie baut. Nutzt eure Kohle! Aber haltet die Fresse!«

Zum Thema Irak hat Evan Seinfeld von BIOHAZARD ´ne ähnliche Meinung: »Wenn George W. Bush mein Homeboy wäre, würde ich ihn anrufen und sagen: „Yo George! Fick diese ganze UN-Scheiße! Lass uns loslegen!“« Auf der Promotour zum „Kill Or Be Killed“-Album hat der Milano-Kumpel nicht nur jede Menge interessante Sprüche (»Als ich Veganer war, habe ich Fisch gegessen.«) sondern auch seine neue Vorzeigebraut, Porno-Actrice Tera Patrick, im Schlepptau. Evan kommt angesichts der Berufswahl der schicken Brünetten schnell auf den Geschmack. Nachdem er schon in der TV-Knastserie „Oz“ seinen Schlong schwingen ließ, dreht er ab sofort Erwachsenenfilmchen und wird unter dem Pseudonym Spyder Jonez binnen kürzester Zeit zum exhibitionistischen Vielficker.

Ein weiterer unterhaltsamer Sprücheklopfer ist BATHORYs Thomas „Quorthon“ Forsberg. Laut Ex-Fan Mühli hat es sich „ausgequoddelt“. Der Schwede ist von der Black-Metal-Ikone zur kreativen Luftpumpe abgestürzt. Was laut Quorthon selbstverständlich nur ein stümperhaftes Käseblatt aus Dortmund so sieht: »Rock Hard ist eines der schlechtesten Magazine der Welt. Ihr seid Schrott. Da scheiß ich drauf.« Der Kerl hat allerdings die Rechnung ohne den Wolf gemacht. Es entwickelt sich ein brillantes Streitgespräch mit völlig schrägen Aussagen (Quorthon über „Nordland I“: »Für mich klingen die Songs wie die Lehne meines Sofas.«), das wir eigentlich noch mal in voller Pracht abdrucken sollten.

MARDUKs Morgan Steinmeyer Håkansson kann da nicht zurückstehen und schafft immerhin ein cooles »Alle Rock-Hard-Schreiber, die der letzten Manowar-Scheibe mehr als acht Punkte gegeben haben, sollte man entmündigen lassen!«, bevor er nicht minder smart ergänzt: »Und Typen, die aussehen wie Oscar Dronjak von Hammerfall, sollten überhaupt nicht fotografiert werden. Auf Jugoslawisch heißt Dronjak Scheiße oder so ähnlich. Das passt.« Anlass des Talks ist eine Einladung in Morgans gemütliche Neubaubude im schwedischen Norköpping. Dort präsentiert er seine Sammlung von SS-Puppen - darunter ein paar niedliche Barbies -, Soldatenbüsten, Stahlhelmen, Menschenschädeln und, ähem, Disney-Comics. Zudem lernt er gerade Deutsch („Pickelhaube“, „Leibstandarte“, „Reichsführer“, „Gulaschkanone“ und „Stalinorgel“ kann er bereits).

Und sonst?

  • Der schüchterne DESASTER-Trommler Husky über Götz´ Neun-Punkte-Abfeierei von „Divine Blasphemies“: »Das ist doch viel zu positiv!«
  • Andreas Stappert entdeckt bei ´ner Kapelle namens GRIFFAR „schnelle Uptempo-Passagen“. Die Klammerbemerkungsabteilung vermutet dahinter so was Ähnliches wie weiße Schimmel.
  • Wolf erfindet für die untolle Schwarte „Gothic II (Die internationale Szene aus der Sicht ihrer Macher)“ den smarten Begriff „Baummord“.
  • METALLICA drohen etwas ominös, auf ihrem nächsten Album den Sound „so rau wie möglich“ zu belassen.