RH #307Lauschangriff

VOIVOD

Anarchie und Alltag

VOIVOD

Es gibt Bands, VOIVOD gehören dazu, die gelten generell als unangreifbar. Fans vergöttern sie und würden nie ein kritisches Wort verlieren, der Rest hält zumindest den Schnabel, um nicht als ahnungslos dazustehen. Das ist prinzipiell natürlich Quatsch. Im Falle der Frankokanadier, deren neues Album „Target Earth“ am 18. Januar erscheint, kommt man aber tatsächlich nicht umhin, verwundert festzustellen: Viel falsch gemacht haben sie in ihrer Karriere nicht.

Ohne die frühen Jahre verklären zu wollen: Die ersten acht VOIVOD-Alben, also alles bis einschließlich „The Outer Limits“ von 1993, ist umumgänglich, wenn man auf anspruchsvollen Thrash, auf Progressive Metal, auf intelligente harte Musik steht, die jenseits aller Konventionen positioniert ist. Danach, mit dem Ausstieg von Frontmann Snake, kam jedoch ein Bruch. Die mit Neu-Sänger Eric Forrest eingespielten „Negatron“ und „Phobos“ sind zweifellos gut, bei Erscheinen wurden sie durchaus gefeiert (man war froh, dass die Band wieder da war), aber es sind retrospektiv betrachtet keine Meisterwerke. Snake kam 2002 zurück - und „Voivod“ (2003) stellte tatsächlich eine Steigerung dar (und logischerweise auch einen Schritt zurück zum typischen Sound). Dann starb im August 2005 Gitarrist Denis D´Amour, bekannt unter dem Namen Piggy und einer der Songwriter der Kanadier, und kaum jemand hätte wirklich damit gerechnet, dass VOIVOD weitermachen. Aber die Band kämpfte mit sich und ihren Dämonen, und sie legte im Juli 2006 mit „Katorz“ ein neues Album vor, das Piggys bereits eingespielte Gitarrenspuren enthielt und auch heute noch mit überraschend eingängigen, groovigen, auf den Punkt komponierten Songs gefällt. Die bisher letzte Studioplatte im VOIVOD-Katalog war 2009 „Infini“. Auch Album Nummer zwölf ist aufgrund VOIVODs genereller Güte hörenswerter als fast alles, was die Konkurrenz vom Stapel lässt - aber vor allem hinten raus befindet sich doch einiges an „Standardmaterial“, das auch die letzten vorhandenen Gitarrenaufnahmen von Piggy, die hier verwendet wurden, nicht richtig retten können. Oder anders gesagt: „Infini“ langweilt stellenweise ein wenig. ...

Dieser Text endet hier.

Online-Abonnenten freuen sich über den kompletten Artikel nach dem Log-in.

ReviewsVOIVOD

Post SocietyRH #346 - 2016
Vor dem sich bereits anbahnenden nächsten Longplayer gönnen uns die frankokana...
Target EarthRH #309 - 2013
Century Media/EMI (56:42) „Infini“ von 2009, noch mit Jason Newsted am Bass...
WORLDS AWAYRH #302 - 2012
Voivod und die Kunst von Michel Langevin (Edition Roter Drache) Für Voivod- u...
To The Death 84RH #297 - 2012
Alternative Tentacles/Cargo (70:37) Scheißenficke, hier kracht´s richtig: „...
Infini
Nuclear Blast/Warner (58:13) War´s das? Es existieren zwar noch weitere Song...
KatorzRH #231 - 2006
(45:10) Kurz bevor er starb, erklärte Denis „Piggy“ D´Amour seinen Freund...
VoivodRH #191 - 2003
(65:39) Ähnlich wie 1991 fasst man sich erst mal verwundert an die Lauscher, w...
Voivod LivesRH #155 - 2000
Bevor die kanadischen Cyber-Metaller mit einem neuen Album aufwarten und der Fac...
Phobos - Rev. 1.1
Als 1984 "War And Pain", das Debütalbum von VOIVOD, erschien, hatten ...
NegatronRH #100 - 1995
Daß VOIVOD noch einmal ein Comback feiern dürfen, hätte angesichts des Aussti...
The Outer LimitsRH #73 - 1993
Nachdem lange genug Häwi Metal-, Industrial-, Grunge- und Death-Klischees diese...
AngelratRH #55 - 1991
"Korgüll The Exterminator" rrröööaaarrrt längst nicht mehr, Blacky hat die ...
Nothing FaceRH #35 - 1989
Die Herren VOIVOD machen's einem nicht leicht. Brauchte man erst mal einige Zeit...
Dimension HatrössRH #26 - 1988
Die glorreichen Vier lärmen wieder! Gefielen mir die ersten beiden Voivod-Alben...
Killing TechnologyRH #20 - 1987
Nach ihrer Tour durch Deutschland sind VOIVOD gleich in Berlin geblieben und hab...
RrroooaaarrrRH #17 - 1986
Nach langem Hin und Her mit diversen Plattenfirmen (Metal Blade, Combat, Roadrun...
War And PainRH #8 - 1984
Ah, Leute - endlich wieder eine Scheibe, die mir den Herzschrittmacher an die Wa...
Dimension Hatröss1988
VOIVOD anhand eines einzigen Albums zu beschreiben, ist ein Ding der Unmöglichk...