RH #307Interview

LITTLE CAESAR

»Hair Metal war unser Fluch«

LITTLE CAESAR

Der Weg von LITTLE CAESAR ist wie geschaffen für eine Rock´n´Roll-Saga: geboren im Straßenstaub von New York, aufgewachsen unter den Neonreklamen von Hollywood, verglüht an der Inkompetenz eines Majorlabels. Doch der dabei gecrashte Bandmotor hat keinen Totalschaden erlitten. Er läuft noch und bringt LITTLE CAESAR dorthin zurück, wo einst alles begann: in den Staub der Straße, wo die amerikanische Realität unromantischer kaum sein kann. Entsprechend fällt die Aussage des neuen Albums „American Dream“ aus, zu dem wir Sänger Ron Young ans Telefon holten.

Ende der Achtziger waren LITTLE CAESAR der ungewaschene Bruder der schillernden Haarspray-Kapellen aus Los Angeles. Ihr Sound war von der Ur-amerikanischen Kultur des Soul, Blues und Rock´n´Roll geprägt, was jedoch weder Produzenten wie Bob Rock und Howard Benson noch die Verantwortlichen ihres Labels Geffen verstanden.

»Wenn du lange Haare hattest und aus L.A. kamst, warst du eine Hair-Band. Der Rest hat das Label nicht interessiert«, blickt Ron zurück. »Hair Metal war der Albatros um unseren Hals, ein Fluch. Die Szene in Hollywood bestand zum großen Teil aus poporientierten Bands mit verzerrten Gitarren und aufgeblasenen Produktionen, bei denen es viel mehr darauf ankam, ob die Typen süß aussahen und ihre Songs leicht verdaulich klangen. Den meisten Musikern ging es damals nur darum, Mädchen kennenzulernen und sie flachzulegen. Ehrliche Leidenschaft war nebensächlich.«

Stimmt die Geschichte, dass sich Bands aus L.A. eure...

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