RH #307Interview

CAULDRON

Blöde Blicke

CAULDRON

Die Kanadier CAULDRON gehören zu den führenden Vertretern der „1980 war alles besser!“-Welle, die zwar auf den ersten Blick nicht so cool wirkt wie die Konkurrenzveranstaltung „Alles nach 1973 ist moderner Mist!“, aber ein ganzes Stück mehr rrrockt.

Das neue CAULDRON-Album „Tomorrow´s Lost“ könnte locker drei Dekaden auf dem Buckel haben und erinnert angenehm an Bands, die damals dem angestaubten Siebziger-Jahre-Metal eine Frischzellenkur verpassten.

»So kann man das sehen«, plauscht der 32-jährige Jason Decay (b./v.) drauflos. »Wir lieben Rush, Boston und Black Sabbath, aber auch US-Metal-Klassiker wie Savage Grace und Obsession. Nicht zu vergessen eure deutschen Gruppen. Gravestone und Stormwitch waren super!«

Die hört hier kaum noch jemand. Wie bist du denn über so was in Kanada gestolpert?

»Es gab bei uns ein Label namens Banzai, das viele Scheiben aus Europa lizenziert hat. Dadurch kamen auch ein paar deutsche Bands auf den Tisch.«

Selbst innerhalb des Echt-Metall-Spektrums klingt ihr phasenweise regelrecht relaxt. Das Härter-schneller-lauter-Gen scheint euch komplett zu fehlen.

»Es tauchte letztmalig auf, als ich 16 Jahre alt war. Ich merkte sofort, dass es keinen Sinn macht, irgendwelche Extreme erreichen zu wollen, und konzentrierte mich lieber darauf, der Beste zu werden (lacht). Ich will Songs schreiben, die den Leuten im Gedächtnis haften bleiben.«

Daher zählt man euch genau wie die Kollegen von In Solitude und Enforcer zur etwas umständlich betitelten New...

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