RH #301Festivals & Live Reviews

EXIT TEN, ACACIA

Frankfurt, Zoom

Buffos 8,5-Punkte-Review zum aktuellen Album hat neugierig gemacht, und da testet man doch gerne einen relativen Newcomer an. Dumm nur, dass der Termin am selben Abend wie das Meisterschaftsendspiel Dortmund gegen Bayern liegt. Noch dümmer, wenn dann zur zweiten Halbzeit eine unangekündigte lokale Vorband antritt und diese auch noch gänzlich Rock-Hard-unkompatibel ist, weswegen sie hier auch konsequent ausgeklammert wird.

Nachdem der neue deutsche Meister dann mehr oder weniger feststeht, ist es Zeit für EXIT TEN. Der Stil der Truppe aus Reading (remember „Reading Rock“?) ist verdammt schwer zu greifen, und am besten trifft es wohl ihre Wikipedia-Seite mit „Post-Hardcore/Rock mit Metal-Einflüssen“. Und weil das Quintett bereits mit Top-Produzent Andy Sneap (u.a. Accept, Hell, Exodus) gearbeitet hat und einer der Gitarristen ein Death-Shirt trägt, nimmt man den Briten ihre Heavy-Metal-Wurzeln gerne ab. Im Mittelpunkt der Show steht Frontmann Ryan Redman, der trotz seiner jungen Jahre bereits eine souveräne Rockstar-Ausstrahlung besitzt und wie seine Mitmusiker durch absolute Professionalität überzeugt. Kein Wunder, das Quintett ist ständig auf Achse und hat bereits auf dem Sonisphere und dem Download-Festival die ganz großen Bühnen gemeistert. Dass heute in Frankfurt nur etwa 70 Leute (davon ein Großteil ganz junge Mädchen) vor Ort sind, liegt wie schon erwähnt wohl stark an der zeitgleichen Bundesliga-Partie. Die Anwesenden werden zumindest von der Spielfreude der Gruppe um die drei Steele-Brüder angesteckt und schnell überzeugt, dass die Band nicht zuletzt dank diverser Ohrwürmer wie ´Suggest A Path´, ´Technically Alive´ oder ´Sunset´ eine größere Karriere vor sich hat. Hoffentlich führt sie der Weg dann bald wieder nach Frankfurt, wo man allerdings vorher den Spielplan der Bundesliga beachten sollte, und auch die Spielzeit muss dringend überdacht werden. Zehn Songs bzw. 50 Minuten (gerade etwas mehr als eine Bundesligaspiel-Halbzeit) als Headliner sind nämlich eine Frechheit, zumal die Truppe bereits auf vier Veröffentlichungen zurückgreifen kann und sichtlich Spaß am Auftritt hat. Ein kurzes Review? Stimmt. War ja auch ein kurzes Konzert. ...

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