RH #301Festivals & Live Reviews

LORD VICAR, ORCHID, SIGIRIYA

Berlin, White Trash

ORCHID

Berlin im Doom-Fieber: Erst statten uns die Okkult-Newcomer Year Of The Goat und die Ambient-Helden Saturnalia Temple einen Besuch ab, und nicht einmal eine Woche später kommen die Seventies-Verehrer Orchid zusammen mit den klassischen Doomstern Lord Vicar vorbei. Da freut sich die gar nicht mal so überschaubare Anhängerschaft langsamer Töne, zu der lokal bedingt auch ein Teil der Alternative-Studentenschaft gehört, einen Kullerkeks, und zumindest heute ist die Bude voll.

Allerdings nicht sofort: SIGIRIYA müssen das Publikum erst mal vor die Bühne locken, schaffen das aber mit einem unglaublich schweren Sound und der lockeren, sympathischen Art. Eine halbe Stunde lang zelebrieren die Waliser ihre gut in den Nacken gehenden Songs und haben sicherlich den einen oder anderen Fan gewonnen. In der ersten Reihe stehen übrigens Musiker von Lord Vicar, die ihre Tourmates von vorne bis hinten abfeiern.

Die revanchieren sich beim von Anfang bis Ende überzeugenden LORD VICAR-Auftritt, der genau das richtige Maß zwischen ultraschweren und langsam dahinrollenden Riffs sowie einigen Midtempo-Beschleunigungen trifft. Sänger Chritus nuschelt leider stark, weshalb die Ansagen kaum zu verstehen sind. Überhaupt macht der Kerl einen ziemlich verstrahlten Eindruck, der gut zu den Graswolken passt, die regelmäßig aus dem Backstage-Bereich herübergeweht kommen. So gibt Chritus heute den Teddy auf der Bühne, hat in seinem Gesang aber dennoch mehr als genug Ausdruck, um das Publikum fesseln zu...

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