RH #300Festivals & Live Reviews

GRAVEYARD, HORISONT

Osnabrück, Bastard Club

GRAVEYARD

Den ersten Punktsieg verbucht das schwedische Retro-Doppel bereits vor dem Einlass, als sich Rock-Hard-Fotograf und Osnabrück-Bewohner Friso Gentsch sichtlich beeindruckt von der Menschenschlange vor dem Bastard Club zeigt. Und das soll was heißen, denn einen sturmfesten und erdverwachsenen Niedersachsen lockt bekanntlich nichts so schnell aus der Reserve.

Dass derlei Binsenweisheiten sich zwischenzeitlich überlebt haben, zeigt sich dann zu Beginn des HORISONT-Gigs, als die fünf Gestalten, die mit ihren Siebziger-Jahre-Klamotten, gewagten Frisuren und kernigen (Schnurr-)Bärten geradewegs einem schwedischen „Starsky & Hutch“-Remake entsprungen sein könnten, mehr als wohlwollend begrüßt werden. Die schüchtern wirkenden Nordmänner nehmen das grinsend zur Kenntnis, genehmigen sich einen Schluck aus der Bierpulle und rocken anschließend durch einen famosen Gig, der zweierlei beweist. Erstens: Der aktuelle Longplayer „Second Assault“ geht schon jetzt als Highlight des noch jungen Jahres durch. Zweitens: Sänger Axel Söderberg erinnert live an eine Version des jungen Ozzy - inklusive Pausbacken und Babyspeck -, kämpft bei den hohen Tönen aber dermaßen, dass ihm fast die Augen aus dem Kopf fliegen. Schade nur, dass die Band den Auftritt nicht umgehend am Merchandise-Stand versilbern kann, denn bis auf ein zerknittertes Shirt und zwei mit dem Horisont-Schriftzug bedruckte Jutebeutel (!) ist der bereits seit der gestrigen Show ratzekahl ausverkauft.

Es spricht für die Klasse GRAVEYARDs,...

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